Demon Knight – Ritter der Dämonen (USA 1995)

demonknight„Do me a favor? Don’t scream. Just hear what I’ve gotta say… and then scream.“ – Sorgt für gehöriges Geschrei: The Collector

Die blutige TV-Serie „Tales From the Crypt“ – in Deutschland „Geschichten aus der Gruft“ betitelt – mauserte sich ab den ausgehenden Achtzigern zur sicheren Adresse für Horrorfans. Über sieben Staffeln und 93 in sich abgeschlossenen Kurz-Episoden sicherte sich das auf einer klassischen Comic-Reihe fußende Format eine treue Zuschauerschaft und schickte sich 1995 zudem an, die große Leinwand zu erobern. Und wie die Serie verknüpft „Demon Knight“, oder eben „Ritter der Dämonen“, dritte Filmregie von Spike Lees Stammkameramann Ernest Dickerson („Surviving the Game“), kurzweilig und äußerst blutig morbiden Humor mit handfestem Horror.

Dabei geht es um den ewigen Kampf Gut gegen Böse. Brayker (William Sadler, „Trespass“) ist ein heruntergekommen wirkender Streuner, der ein mit Blut gefülltes antikes schlüsselförmiges Artefakt bei sich trägt. Jenes behütet er vor dem Zugriff dunkler Mächte, vertreten durch den Collector (übermütig: „Titanic“-Schuft Billy Zane), die Gottes Schöpfung in ewige Finsternis zerren wollen. In einem abseitigen Wüstenkaff, genauer einem schäbigen Hotel, das früher eine Kirche war, folgt die durch den Stand der auf Braykers Handfläche eingebrannten Sterne angekündigte Konfrontation.

Die wird durch eine wüste Verfolgungsjagd eingeleitet, nach deren feurigem Ende sich der Collector die Kooperation der örtlichen Polizei (u.a. Gary Farmer, „Dead Man“) erschleicht. Nachdem Brayker im Hotel aufgespürt wurde und der Teufelsdiener sein wahres Ich offenbart, beginnt ein Kampf ums nackte Überleben. Zwar verhindert das sorgsam in Ein- und Zugänge geträufelte Blut im heiligen Artefakt, dass der Collector und seine Dämonenbrut das Gebäude betreten können, mit Psychotricks und Schreckensvisionen versucht er jedoch der Reihe nach, die mit Brayker belagerten Provinzler – darunter CCH Pounder („The Shield“) und Thomas Haden Chruch („Sideways)“ – auf seine Seite zu ziehen.

Die Kritiker konnten sich mit dem schwarzhumorigen B-Geschnetzel nur bedingt anfreunden und die Indizierung des hierzulande überraschenderweise ungeschnitten präsentierten Streifens folgte stehenden Fußes. Ungemein originell ist „Demon Knight“ sicher nicht, immerhin aber prominent besetzt – als Jung-Heroine macht Will Smiths spätere Ehefrau Jada Pinkett („Mr. Cool“) eine gute Figur – und mit recht rüden handgemachten Effekten versehen. Das Publikum jedenfalls wusste diese relative Blaupause für die „Feast“-Trilogie zu schätzen. Wiederholen ließ sich der Erfolg mit den beiden weiteren „Tales From the Crypt“-Langfilmen „Bordello of Blood“ (1996) und „Ritual“ (2001) aber nicht.

Wertung: (6,5 / 10)

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