Defendor (USA/CAN/GB 2009)

defendor„Don’t call me Defend-E-R, I am Defend-O-R!” – Defende… (ähm) Defendor alias Arthur Poppington

Arthur Poppington (Woody Harrelson, „Zombieland“) ist ein Gutmensch wie er im Buche steht. Das Schicksal meint es allerdings nicht gut mit ihm. Seine Mutter verließ ihn im Kindesalter, den Vater hat er nie kennengelernt. Und doch reifte er zum Beschützer der Hilflosen und räumt mit lichtscheuem Gesindel rigoros auf. Denn Arthur ist Defendor!

Wenn Dunkelheit über die Stadt hereinbricht, schlüpft er in sein Kostüm und verteidigt Anstand und Ordnung. Ausgestattet ist er mit allerlei hilfreichen Gimmicks wie Murmeln (!), aufgestachelten Wespen (!!) und Limettensaft zur (nun ja) Folterung (!!!). Nichts bringt ihn aus der Ruhe, außer jemand spricht seinen Namen falsch aus – O-R am Ende, nicht E-R! Dann wird er zum Choleriker. Zudem ist Arthur seit Jahren auf der Suche nach dem kriminellen Megamind Captain Industry, der auch seine Mutter auf dem Gewissen haben soll.

Eines Tages rettet er die Junkie-Prostituierte Kat (Kat Dennings, „Thor“) vor den Klauen ihres Freundes/Zuhälters Dooney (Elias Koteas, „Gattaca“), nebenbei auch noch korrupter Undercover-Cop, der für Mafiaboss Radovan Krstić (TV-Dauerdarsteller Alan C. Peterson, „Smallville“) arbeitet. Durch Kat erfährt Arthur, dass Krstić Captain Industry sein muss, was daraufhin eine Welle von Ereignissen heuraufbeschwört, die für jeden einzelnen schwerwiegende Konsequenzen mit sich bringen wird.

Maskierte Vigilanten, die in der „echten Welt“ Comic-Vorbildern nacheifern, scheinen gerade Hochkonjunktur zu haben. Die Adaptation von Mark Millars „Kick-Ass“ lief sehr erfolgreich an und „Super“ (von „Tromeo & Juliet“-Regisseur James Gunn) steht bereits in den Startlöchern. Peter Stebbings Debüt „Defendor“ unterscheidet sich von beiden Filmen immens, auch wenn die Ausgangslage dieselbe zu sein scheint. Denn Stebbings serviert keine (brutale) Rache-Action oder eine Superhelden-Parodie, sondern ein durchaus ernst gemeintes Independent-Drama.

Das dreht sich um den liebenswerten Tollpatsch/verträumten Weltverbesserer Arthur und seine bizarre Weltsicht und zeigt den ursympathischen Woody Harrelson einmal mehr von seiner besten Seite. Sein Defendor ist zwar alles andere als ein typischer Superheld, aber ein Held ist er ganz gewiss. Fans von richtigen Spandexanzugträgern werden für den bedauernswerten Ordnungshüter mit Schmiere im Gesicht wenig Verständnis aufbringen. Aber an sie richtet sich das kleine aber feine Drama auch nicht. Selbst wenn den (Anti-)Helden das vielleicht coolste musikalische Thema des Genres begleitet. Und nicht vergessen: Defend-O-R, nicht Defend-E-R!

Wertung: 7.5 out of 10 stars (7,5 / 10)

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