Defeater – Empty Days & Sleepless Nights (2011, Bridge Nine Records)

defeater-empty-days-and-sleepless-nightsMit ihrer bitteren Geschichte um eine amerikanische Familie nach dem Zweiten Weltkrieg haben DEFEATER für einiges Aufsehen in der Post-Hardcore-Szene gesorgt. Wahrscheinlich weniger aufgrund ihrer konzeptionellen Texte, sondern vielmehr wegen ihrer kompromisslos reduzierten und doch so entwaffnend unprätentiösen musikalischen Ausrichtung. Die bedeutet auch auf dem zweiten Album „Empty Days & Sleepless Nights“ eine rigorose Trennung. Auf der einen, der natürlich überwiegenden Seite stehen die wuchtigen Brecher, die mit desperatem Schreigesang und feinen melodischen Untertönen ohne Klischees und Pathos mitzureißen verstehen. Auf der anderen, hier mit deutlich höherem Anteil vertreten, finden sich die Folk-beeinflussten Stücke mit Akustikgitarre (und sogar Cello und Piano) im Singer/Songwriter-Stil.

Auf den Vorgängern, dem Debüt „Travels“ sowie der EP „Lost Ground“, war dieser krasse Umschwung in der Tonalität die Ausnahme. Auf ihrem neuesten Werk vollziehen DEFEATER die rigorose Trennung. In der Zweiteilung in die Kapitel „Empty Days“ und „Sleepless Nights“ umspannt das erste zehn emotional entrückte Zeugnisse menschlichen Scheiterns, während das zweite vier ruhige, zurückhaltende und doch im Detail ungemein intensive Stücke bietet. Ein bisschen verkopft ist das fraglos. Aber die Wirkung ist wiederum bestechend. Ebenso die Aufmachung der CD als Buch. Wie lange die Bostoner ihrem Konzept-Hardcore die Treue halten bleibt abzuwarten. So lange die Qualität aber auf solch immens hohem Niveau verbleibt, braucht man sich um den Zuspruch des Publikums wohl keine Sorgen zu machen. Schlichtweg großartig!

Wertung: (9 / 10)

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