Death Wish V – The Face of Death (USA 1994)

death-wish-5Während andere Menschen mit Anfang Siebzig schon längst ihren Lebensabend genießen, kommt einer selbst dann noch immer nicht zu seiner verdienten Ruhe. Paul Kersey bzw. Charles Bronson ist ebensolcher, der in den vorangegangenen zwei Dekaden die Straßen vom Unrat der Gesellschaft reinigte. Dies allerdings verkam nach dem kritischen ersten Teil der Reihe zu einer inhaltslosen Orgie der Gewalt, bei der die ursprüngliche Thematik der Romanvorlage vollkommen außer Acht gelassen wurde. Stattdessen setzte man auf seinen charismatischen Helden, der mit zunehmendem Alter jedoch zu einer Karikatur seiner selbst werden sollte.

Genannt wurde er früher „Der Rächer“, heute lebt Paul Kersey unter anderem Namen abseits der Gewalt. Seit er mit der Designerin Olivia Regent (Lesley-Anne Down) liiert ist, verläuft sein Leben ruhig. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als der Ex-Mann von Olivia – der berüchtigte Gangster Tommy O´Shea (Michael Parks) – die Bühne betritt. Dieser bedroht Olivia als auch die gemeinsame Tochter Chelsea (Erica Lancaster), was nach zahlreichen Verstümmelungen letztlich im Tod Olivias endet. Zeit also wieder einmal für Paul Kersey, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen.

Nachdem die Produktionsschmiede Cannon die Tore schließen musste, erschien der fünfte Teil der Rächer-Mär hierzulande über den B-Verramscher New Vision. Die FSK nahm ihre Arbeit zu Beginn der 90er auf dem B-Sektor sehr ernst, was letztlich dazu führte, dass auch „Death Wish 5“ nicht ohne Schnitte auskam. Besser wird der Film allerdings auch in der ungekürzten Fassung nicht, so viel darf schon mal verraten werden. Wühlte der diskussionswürdige Erstling 1974 noch eine Menge Staub auf, so wurde das Muster bereits mit dem Nachfolger inhaltlich fast ohne Neuerungen eins zu eins übernommen. Einzig der Gewaltanteil stieg um ein Vielfaches. Teil 3 und 4 gehen in ihrer bodenlosen Übertreibung schon fast als Satire durch, während das unwürdige Finale niemanden zufrieden stellt.

Bronson („Spiel mir das Lied vom Tod“) hat schon bessere Zeiten gesehen, mit angestrengt bösem Blick nötigt er sich durch einen seiner letzten Filme. Einen Gefallen tat er sich damit sicherlich nicht, ebenso wie „Fackeln im Sturm“-Darstellerin Lesley-Anne Down, die weitgehend damit beschäftigt ist, betroffen in die Kamera zu schauen. Während die beiden direkten Vorgänger durch einen hohen Actionanteil und einem fast hemmungslosen Bezug zur Gewalt auffielen, mangelt es dem fünften Teil zunehmend an Tempo und Action. Erst spät beginnt Bronson wieder einmal einen nach bekannten Mustern angelegten Rachefeldzug, abnehmen tut dem alternden Haudegen dies allerdings niemand mehr. Zu behäbig sind die Bewegungen, zu steinern die Mimik. Ebenso fehlt der zynische Unterton, den man zuletzt vielleicht sogar als Ironie hätte auslegen können. Was bleibt ist ein großer Schauspieler in einem merklich schlechten Film, dem mit Abstand langweiligsten der ganzen Reihe.

Wertung: (2,5 / 10)

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