Death Ring (USA 1992)

death-ringDie Menschenjagd gehört zum B-Film… nun ja, wie die Menschenjagd zum B-Film. Mal sind es pervertierte TV-Formate (siehe „Running Man“), in denen Kandidaten von Killern verfolgt um ihr Leben kämpfen müssen, oder aber unfreiwillig rekrutierte Zeitgenossen, die passionierten Jägern in der Wildnis als Beute dienen (u.a. „Night Hunter“). Anfang der Neunziger erlebte der Manhunt-Actioner einen kurzen Boom und neben John Woos Hollywood-Einstand „Harte Ziele“ (1993) und dessen beachtlich besetzter Alternative „Surviving the Game“ (1994) sorgte vorgelagert auch „Death Ring“ für Sterben im Walde.

„Hell Comes to Frogtown“-Regisseur R.J. Kizer, bei Großproduktionen (u.a. „Inception“) regelmäßig als Dialog-Editor beteiligt, versammelte dafür einschlägiges Personal aus dem familiären Umfeld bekannter Genrestars. In der Hauptrolle gibt Chuck Norris‘ Sohn Mike („Delta Force 3“) den Ex-Supersoldaten Matt Collins. Als der ein knüppelhartes Querfeldein-Rennen gewinnt, erregt er die Aufmerksamkeit von Danton Vachs (diabolisch wie eh und je: Billy Drago, „Delta Force 2“). Der organisiert auf seiner Privatinsel alljährlich einen exklusiven Jagdausflug, bei denen Menschen zu Freiwild erklärt werden. In Collins glaubt er das ideale Opfer gefunden zu haben.

Da der aber selbstredend kein Interesse an der Idee findet, als Trophäe einer Horde Unmenschen – darunter illustre B-Regularien wie Branscombe Richmond („Boomer – Überfall auf Hollywood“) und George Chung („Alarmstufe: Rot“) – zu enden, dreht er den Spieß kurzerhand um. Schließlich steht neben dem eigenen auch das Leben seiner Verlobten Lauren (Isabel Glasser, „Forever Young“) auf dem Spiel. Zur Rettung naht derweil Pilotenfreund Harris (Steve McQueens Sohn Chad, „Karate Kid“), den das Verschwinden von Matt und Lauren als einzigen stutzig macht. Bleibt noch Patrick Swayzes Bruder Don („Steel Train“), der sich als vergangenes Jagdopfer bar jeder Logik auf der Insel versteckt hält und hilfreich in den Kampf eingreift.

Die B-Action-Variante von „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ (1932) kommt nur schwerlich in Gang und hat neben ein paar soliden, in der deutschen Videofassung nahezu komplett herausgekürzten Gewaltentgleisungen nichts Nennenswertes zu bieten. Erzschurke Drago gibt den Unmenschen Vachs gewohnt engagiert, vor allem auf Heldenseite ist jedoch kaum mehr als schauspielerische Tristesse zu holen. Wenn die Jagd zur Filmmitte ihren Auftakt findet, ist das Interesse bereits verflogen. Und da auch Kizers Inszenierung ohne Esprit und Tempo daherkommt, bleibt letztlich nur Videothekenramsch von vorgestern übrig. Auf diesen Billig-Trip durch Wald und Flur können daher selbst hartnäckige Vielseher getrost verzichten.

Wertung: (3 / 10)

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