Death in Paradise (Series 4) (GB/F 2015)

death-in-paradise-series-4Der Tod und das Paradies gehören zusammen. Zumindest auf der fiktiven Karibikinsel Saint-Marie. Gemessen an der dort vorherrschenden Mordrate scheint verwunderlich, dass sich überhaupt noch Touristen auf das malerische und stets sonnige Eiland verirren. Davon profitieren insbesondere Krimi-Fans. Denn ohne die mörderischen Konfliktlösungstendenzen wäre der britische Polizist Humphrey Goodman (Kris Marshall, „Sterben für Anfänger“) bestimmt arbeitslos. Zu Beginn der dritten Staffel von „Death in Paradise“ beerbte er den – natürlich ermordeten – Vorgänger und fügte sich als leicht tollpatschiges Ermittlergenie prächtig ein.

Das Personalkarussell dreht sich derweil auch in der vierten Auflage der britisch-französischen Co-Produktion weiter. Zunächst wird Sergeant Fidel (in den Vorgängerstaffeln gespielt von Gary Carr) nach einer Beförderung auf eine Nachbarinsel versetzt und durch die junge Florence Cassell (Joséphine Jobert, „Cut“) ersetzt. Mehr noch nimmt die aufgeweckte Ermittlerin zur Halbzeit des wiederum acht Episoden umfassenden Kapitels den Platz von Camille Bordey (Sara Martins, „American Odyssey“) als Goodmans Partnerin ein. Denn auch Camille kehrt Saint-Marie den Rücken und hinterlässt nicht allein beim in sie verschossenen Vorgesetzten eine Lücke.

Der sympathisch schlunzige Officer Dwayne Myers (Danny John-Jules, „Red Dwarf“) muss sich nach Florences Berufung an Goodmans Seite mit dem unerfahrenen JP Hooper (Tobi Bakare, „The Tunnel“) zusammentun. Das damit verbundene Abtasten und Zusammenraufen ist Teil des komödiantischen Antriebs. Schließlich regiert bei der von Robert Thorogood auf den klassischen Spuren von Sherlock Holmes entwickelten Serie trotz gewaltsamer Verbrechen humorige Kurzweil. Der Ablauf der Fälle folgt dabei einem stets wiederkehrenden Muster: Dem Mord folgen Ermittlung und Ratlosigkeit, ehe ein Geistesblitz Goodmans in die fürs Publikum garantiert unvorhersehbare Auflösung führt.

Die Fälle selbst sind charmant konstruiert und fahren mit Dean Lennox Kelly („Shameless“) oder Sally Phillips („Miranda“) in Gastrollen immer wieder bekannte Gesichter auf. Dazwischen stehen die Spleens der einzelnen Polizisten oder mahnende Besuche von Commissioner Patterson (Don Warrington, „The Five“) auf der Tagesordnung. Goodman erhält zudem Besuch von seinem steifen Vater (James Fox, „The Double“), der ihn unbedingt mit der Ex versöhnen und nach England zurückholen will. Riesig sind die bestenfalls für die Dauer einer Folge bestehenden Probleme nicht. „Death in Paradise“ ist wahrlich kein Meilenstein und doch stets vergnügliche Krimi-Zerstreuung vor traumhafter Urlaubskulisse. Vor diesem Hintergrund darf auf Saint-Marie ruhig weitergemordet werden.

Wertung: (7 / 10)

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