Death in Paradise (Series 3) (GB/F 2014)

death-in-paradise-3Zu Beginn der dritten Staffel von „Death in Paradise“ wird der Titel auch für den britischen Ermittler Richard Poole (Ben Miller) zum Programm. Denn plötzlich ist er es, der auf der fiktiven Karibikinsel Saint Marie ermordet aufgefunden wird. Dort verrichtete er, stets mit dem Widerwillen eines entwurzelten steifen Engländers, Polizeidienst und löste 16 Fälle, bei denen er den/die Täter in klassischer Krimi-Manier vor versammelten Verdächtigen überführte. Dass er selbst noch im Angesicht des eigenen Todes Hinweise streut, die helfen seinen Mörder dingfest zu machen, ist ein Vermächtnis, das neben dem Zuschauer auch den Kollegen einen versöhnlichen Abschied bereitet.

Die von Poole hinterlassene Lücke soll Humphrey Goodman (Kris Marshall, „Murder City“) schließen. Nur muss der zum Auftakt gleich den Tod seines Vorgängers ergründen. Immerhin aber verdient er sich damit den Respekt der ihm unterstellten einheimischen Beamten, der smarten Camille (Sara Martin, „Détectives“), dem ehrgeizigen Fidel (Gary Carr, „Downton Abbey“) und dem ambitionslosen Dwayne (Danny John-Jules, „Red Dwarf”). Mit seiner schusseligen Art und dem schlaksigen Äußeren wirkt Humphrey nicht immer souverän. Vor allem nicht, wenn er während der Spurensuche aus dem Fenster fällt oder Notizen auf alles kritzelt, was ihm in die Finger gerät. Doch sein scharfer Verstand und der nahbare Charakter machen ihn zu mehr als einem zwangsläufig zu akzeptierenden Ersatzmann.

Auch seine ersten acht Mordfälle folgen dem klassischen Whodunit-Schema. Das Zusammentrommeln der Verdächtigen fürs große Finale muss er erst lernen. Ohne Spleenigkeit funktioniert der Gegensatz von typisch spießigem Britentum und lebensfrohen Karibikflair nun mal nicht. „Death in Paradise“ macht auch im dritten Anlauf Spaß, ohne extraordinäre Klasse zu versprühen. Die von Robert Thorogood entwickelte und vom französischen TV-Sender FTV in Kooperation mit der BBC produzierte Reihe ist durchweg sympathisch und die Figuren mit liebenswerten Eigenheiten ausgestattet. Eine übergeordnete Konstante ist dabei, dass der per Telefon von seiner Frau verlassene Humphrey ein privates Interesse an Camille entwickelt.

Die einzelnen Fälle folgen einem wiederkehrenden Schema, bei dem Humphrey schlussendlich für die Kollegen bedingt nachvollziehbar die richtigen Schlüsse zieht und die perfiden Morde aufklärt. Als Verdächtige/Täter trifft er dabei auf illustre Gastakteure wie Michelle Ryan („Jekyll“), Mark Heap („Green Wing“), Nikki Amuka-Bird („Luther“), „Der Prinz von Bel-Air“-Butler Joseph Marcell oder – als Camilles Vater – Clarke Peters („The Wire“). Auch sie sorgen trotz überwiegender Harmlosigkeit für schauspielerisches Gewicht. Die vierte Staffel ist für 2015 angekündigt. Um das fortlaufende Nebeneinander von Mord und Heiterkeit vor Urlaubspanorama braucht man sich also keine Sorgen zu machen.

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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