Das Schwiegermonster (USA 2005)

das-schwiegermonster„Let’s go someplace near the ocean and drink lunch.” – Viola

Jennifer Lopez vermarktet sich nach allen Regeln der Kunst. Ob in der Musikbranche, im Kino, der Presse oder dem Bereich Mode, La Lopez hat in allen Metiers ihre Finger im Spiel. Seit der medial wirksam ausgeschlachteten Trennung von Schauspielkollege Ben Affleck entschlummerte Lopez’ Filmkarriere. Doch seit sie in Marc Anthony einen neuen Mann gefunden hat – der wie sie Musiker und Schauspieler in einer Person vereint – führt ihr Weg auch wieder auf die große Leinwand. Das Bedauerliche daran ist nur, dass die Lopez auch in der schalen Liebes-Komödie „Das Schwiegermonster“ einzig die gehegten Klischees ihrer Darbietungen aus „Wedding Planner“ (2001) und „Manhattan Love Story“ (2002) hofiert.

Charlotte Cantilini (Lopez) ist eine verträumte junge Frau, die während der Ausübung ihrer verschiedenen Teilzeitjobs auf die Erfüllung der wahren Liebe hofft. Als ihr Traum mit der Begegnung des charmanten Chirurgen Kevin Fields (Michael Vartan, „One Hour Photo“) in Erfüllung zu gehen scheint, könnte nichts die innige Beziehung der beiden stören. Wäre da nicht Kevins Mutter, die frisch aus der Psychiatrie entlassene Ex-Fernsehtalkmasterin Viola („Barbarella“-Star Jane Fonda). Denn als der Filius in ihrer Gegenwart um die Hand der Geliebten anhält, schmiedet die rasende Schwiegermutter in spe den finstren Plan, die Konkurrentin um die Gunst des Sohnes zu vertreiben. Mit ungeahnten Folgen.

Einmal mehr spult „Natürlich Blond“-Regisseur Robert Luketic das altbewährte Aschenputtel-Thema herunter. Das sich dieses in Hälfte zwei zum erbittert geführten Zickenkrieg ausweitet, lässt die stets amüsante, doch nur selten wirklich witzige Familienposse kaum an Profil gewinnen. Jane Fonda – deren letzte Rolle in „Stanley & Iris“ bereits auf das Jahr 1990 zurückgeht – reduziert sich selbst auf ein exzentrisches Bündel geballter Hysterie und hat weder Humor, noch Sympathie auf ihrer Seite. Gleiches gilt für Jennifer Lopez, die in der Rolle des leicht naiven Gutmenschen austauschbarer denn je erscheint.

Heimlicher Höhepunkt des Films ist Nebendarstellerin Wanda Sykes („Einmal Himmel und zurück“), deren komödiantische Qualitäten als Violas sarkastische Assistentin einen Hauch von Bissigkeit in das zahnlose Lustspiel tragen. Daneben bedient „Das Schwiegermonster“ vor allem Vorhersehbarkeiten und reizt den Konflikt zwischen den Hauptaktricen bis zur Übersättigung aus. Das Ende gerät erwartungsgemäß zuckrig und gibt dem Publikum, was es sehen will. Oder besser, was es gewohnt ist zu sehen. Auf dieser Basis unterhält die allzu harmlose Komödie zumindest an der Oberfläche. Wer mehr erwartet, sollte sich einen anderen Film ansehen.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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