Das Krokodil und sein Nilpferd (I 1979)

das-krokodil-und-sein-nilpferdUnd weiter geht die wilde Jagd auf die Lachmuskeln und vor allem auf Kopf und Körper der gepeinigten Widersacher des schlagkräftigen Duos Bud Spencer und Terence Hill. Diesmal sind wir im Jahre 1979 angekommen, also schon in einem Zeitraum, in dem die beiden die Schlagzahl ihrer gemeinschaftlichen Werke etwas heruntergefahren haben.

Wir befinden uns in Südafrika und zunächst müssen die beiden Charaktere – wie eigentlich in jedem Film der beiden – zueinander finden. Tom (Spencer), von den Einheimischen auch „das Nilpferd“ gerufen, ist in der Touristenbranche tätig und fährt abenteurerlustige Jäger durch die Gegend, die er mit von ihm entschärften Gewehren nach Wild schießen lässt. Auf der anderen Seite ist hier sein Cousin Slim (Hill), allgemein als „das Krokodil“ bekannt, der nach einer längeren Rundreise wieder ins heimische Dorf findet.

Unter den Fittichen von Mama Leone wird erst einmal das Zusammenfinden gefeiert. Die Idylle wird jedoch jäh vom ehemaligen Profiboxer Mr. Ormond (Joe Bugner, u.a. auch in „Der Große mit dem außerirdischen Kleinen“ und „Eine Faust geht nach Westen“ vertreten) gestört. Selbiger, mittlerweile als umtriebiger Geschäftsmann etabliert, plant die Gegend als ertragreichen Umschlagplatz für gefangene Wildtiere zu nutzen, um seinen Reichtum darüber weiter zu steigern. Natürlich lassen sich das unsere beiden Probanden nicht gefallen und auch eine größere Summe Bargeld trägt nicht dazu bei, eine Einigung zu finden. Was folgt dürfte klar sein: Zuerst bekommt die Gefolgschaft und dann das „Chefchen“ eine ordentliche Abreibung.

„Das Krokodil und sein Nilpferd“ ist ein Bud Spencer und Terence Hill-Film par Excellance. Die Beiden befinden sich in ihrer schauspielerischen Bestform und so erlebt man 95 äußerst kurzweilige Minuten. Das fängt bei den Sprüchen an („Wenn Du mich nochmal duzt, hau ich dir ne Delle in die Gewürzgurke“) und geht über eine mit zahlreichen Prügeleien ausgeschmückten Story munter vorwärts. Der Faust-Faktor ist eindeutig erhöht, wenn man ihn z.B. mit „Zwei wie Pech und Schwefel“ vergleicht. Was zum ersten Mal auffällt sind sozialkritische Stimmen, etwa was die Gegenüberstellung von Schwarzen und Weißen angeht.

Bemerkenswert ist mal wieder der ungeheure Ohrwurm-Charakter der Filmmusik. Wie auch in anderen Werken der beiden gibt es einen Titelsong, der sich dann aber so was von konsequent durch den Film zieht, dass man ihn nicht mehr los wird. Und wenn ein gutgelaunter Terence Hill ihn beim lockeren Flanieren durch Südafrikas Steppe auf der Mundharmonika trällert – unterschwellig wird er genau in diesem Moment verinnerlicht. Fraglos einer der besten Filme des gemeinschaftlichen Schaffens und beim Schauen verfiel ich doch das eine oder andere mal gedanklich in eine unbeschwerte Kindheit zurück, in der – wie heute übrigens auch – Bud Spencer und Terence Hill zum Sonntag gehörten wie das Amen in der Kirche.

Wertung: (8 / 10)

scroll to top