Das Grauen aus der Tiefe (USA 1980)

das-grauen-aus-der-tiefeWasserverschmutzung, Fischsterben, leere Netze. Der Bau einer Konservenfabrik verspricht wirtschaftlichen Aufschwung für das kleine Küstennest Noyo. Daran glaubt auch Seemann Jim (Still the Man: Doug McClure, „Der fünfte Kontinent“), der für die skeptische Perspektive der örtlichen Indianer ebenfalls ein offenes Ohr hat. Als ein Fischerboot auf See explodiert, fällt der Verdacht auf den querulanten Fabrikgegner Johnny Eagle (Anthony Pena, „Running Man“). Besser weiß es indes der Zuschauer, konnte der doch bereits die Schemen jener Kreatur ausmachen, die erst wehrhaft im Netz zappelt und bei Nacht den örtlichen Kläfferbestand dezimiert.

Weibliche Regisseure sind im B-Film eine Seltenheit. Umso erstaunlicher, dass Vorkämpferin Barbara Pe(e)ters („The Dark Side of Tomorrow“) den grellen Monster-Sch(l)ocker „Das Grauen aus der Tiefe“ mit mehr Blut und gelüfteten Oberkörpern (der altgediente Hengst McClure hält sich überraschend bedeckt) versah, als manch männlicher Kollege. Wobei die Nacktheit auf die Kappe von Produzent Roger Corman („Piranhas“) geht, dem der fertige Film zu zugeknöpft erschien. Also wurde zu freizügigen Nachdrehs gebeten, was Peters vehement ablehnte und prompt gefeuert wurde.

Um die Größe der Lachse und damit den Profit zu maximieren, lässt der Konservenmagnat Hormone in die See schütten. Stutzig wird ob solcher Versprechen nicht nur der Zuschauer – der es ja ohnehin bereits besser weiß. Die lokalen Natives speien derweil eifrig Warnungen aus, doch der weiße Mann stellt mal wieder auf stur. Dass wir die Nummer mit den Indios noch aus „Die Prophezeiung“ kennen, verdrängen wir mit prügelnder Hilfe des Reaktionärs Hank (Vic Morrow, „The Riffs“) wohlwollend. Auf Geheiß der industriellen Drahtzieher ermittelt Dr. Susan Drake (Ann Turkel, „Treffpunkt Todesbrücke“) und stößt, natürlich begleitet vom tapferen Seebären McClure, bald auf die entsetzliche Wahrheit.

Mit erstaunlich offensivem Blutzoll zielt die putzmuntere Trash-Granate auf die größtmögliche Exploitation von Schocks und Action ab. Diesem Drang geschuldet sind auch die überflüssigen Explosionen, die jedoch als buchstäbliche Anheizer zusätzliche Schauwerte generieren. Dazu kommen zottelig kostümierte Monsterdarsteller, die, gern mit subjektiver Kamera eingeführt, so oft wie möglich ihr gewaltreiches Treiben aufnehmen und leicht beschürzte Damen am Strand oder in der heimischen Grotte vergewaltigen. Beim großen Lachsfest bekommt auch die übrige Einwohnerschaft ihr Fett weg, was neben rohem, äh hohem Spaßgehalt auch eine herrlich entrückte Atmosphäre schafft. Kurzum: Ein feiner B-Klassiker, der bis zur garstigen Schlusspointe ein Feuerwerk grotesker Ideen zündet.

Wertung: (7 / 10)

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