Darkness Beyond (I 2000)

darknessbeyondDie Geschichten von H.P. Lovecraft beflügeln Filmemacher rund um den Globus. Stuart Gordon („Re-Animator“) berief sich wiederholt auf die Werke des 1937 verstorbenen Autors, ebenso Giallo-Choryphäe Lucio Fulci („Das Haus an der Friedhofsmauer“). Dass der Einfluss des Literaten bis in den Bereich des Low-Budget-Horrors reicht, unterstreicht Sam Raimis „Tanz der Teufel“. In diesem war es das Buch Necronomicon, welches das Böse in den umliegenden Wäldern einer kleinen Hütte weckte.

Einer ähnlichen Ausgangsposition bedient sich der Italiener Ivan Zuccon, dessen 2000 gedrehtes Debüt „Darkness Beyond“ ebenfalls von H.P. Lovecraft inspiriert ist. Über einen stringenten Erzählfluss verfügt der Film nicht. Die alptraumhaften Bilder, aus Kostengründen mit einer Digitalkamera aufgezeichnet, wirken eher lose verklebt. Es geht um eine unheimliche Macht, auch hier geweckt durch das Necronomicon, die in den Besitz jenes Buches gelangen will. Eine Gruppe versprengter Soldaten stößt in einer Ruine auf das Schriftstück – und gerät in eine finstre Unterwelt, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint.

Nicht ohne Reiz, dafür ohne Budget will Zuccon zugleich verstören und verschrecken. Im Ansatz gelingt dies, wenngleich die minderen Produktionsbedingungen einen gehörigen Teil des inhaltlichen Potentials rauben. Nur durch Farbfilter und gediegene Kameraarbeit entsteht keine Atmosphäre, und mögen sich die angedeuteten Folterszenarien auch noch so sehr an „Hellraiser“ anlehnen. „Darkness Beyond“, Auftakt einer Trilogie um das unsichtbare Grauen, ist einerseits ein durchaus interessanter semiprofessionell produzierter Horrorfilm, andererseits eine fade Aneinanderreihung von Menschen, die durch das Halbdunkel gemauerter Gänge stolpern. Insgesamt zu mäßig, um zu überzeugen.

Wertung: (4 / 10)

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