Dam Sharks! (USA 2016)

„It‘s like a bad movie!“ – Im richtigen Film: Carl

Der Hai ist das Wappentier des animalischen Horrors. Er ist nicht nur die am meisten bemühte Spezies dieser oft qualitätslosen Filmgattung, er treibt auch in allen erdenklichen, häufig der Realität widerstrebenden Weisen sein Unwesen. Ein weiteres Beispiel ist „Dam Sharks!“, in dem sich während eines Sturms in einen Flusslauf geschwemmte Bullenhaie vor allem durch die abstruse Eigenschaft auszeichnen, aus Treibholz und menschlichen Überresten Dämme zu errichten. Das klingt zunächst hirnerweichend dämlich, erweist sich, im Gegensatz zum Gros der vornehmlich für TV oder Videoauswertung produzierten Genre-Gleichgesinnten, jedoch als sympathisch kurzweilig.

Das Stauwerk im Wasserlauf ruft Wildhüterin Kate (Jessica Blackmore, „Wicked Mom’s Club“) auf den Plan. Die macht sich, unterstützt vom grummeligen Carl (Robert Craighead, „2 Lava 2 Lantula“), alsbald daran, die Menschen am Fluss vor der schwimmenden Gefahr zu warnen. Das führt zu überraschend gelungenen Szenen, etwa wenn Kate mit einem Jagdgewehr erfolglos versucht, ein Urlauberpärchen vor dem Zugriff der Raubfische zu bewahren. Doch geht es im von den Zwillingsbrüdern James und Jon Kondelik („Snake Outta Compton“) gefertigten Mattscheiben-Vehikel nicht allein überraschend blutig zu, sondern auch humorig. Auf überschaubarem Niveau versteht sich.  

Dafür sorgt vorrangig der amüsant chargierende Jason London („Zombie Shark“), der als affektierter Technologie-Unternehmer Tanner Brooks zum Betriebsausflug in die Natur lädt – und in verschiedenen Wettbewerben ermitteln will, welche Angestellten ihren Job behalten sollen. Im Gegensatz zu ihm fällt nur dem cleveren Produktentwickler Pullman (Matt Mercer, „Beyond the Gates“) auf, dass die Gruppe beständig schrumpft. Während er mit Kollegin Stella (Neka Zang) nach einer Erklärung sucht, hat Brooks bereits zum Kanurennen gebeten. Den Haien, denen eine Dammsprengung durch Kate und Carl weiteren Aggressionszuwachs beschert, kommt das natürlich gerade recht.  

Nein, nach großen Ideen muss man hier nicht suchen. „Dam Sharks!“ ist exakt der Film, den der Titel verspricht. Nur muss das keineswegs durchweg negativ konnotiert sein. Zwar geht dem Streifen in Hälfte zwei merklich die Puste aus und auch der Showdown verliert sich in ödem Einerlei, doch sorgt der anspruchsresistente Unterhaltungsansatz für durchaus wonnige Zeitverschwendung. Dass die Idee der fischigen Futterreviermarkierung auf Heimwerkerbasis grundlegend ohne Sinn bleibt, sollte im „Sharksploitation“-Segment keine Stirnregion mehr in Falten legen. Wer es darauf anlegt, und nur der, wird hier zwischen Ulk und Gewalt solide berieselt. Und das kann längst nicht jede B-Produktion dieses Kalibers für sich geltend machen.

Wertung: (4,5 / 10)

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