Daily Terroristen – Tritt in den Arsch (2008, Dritte Wahl)

daily-terroristen-tritt-in-den-arschWenn der alte Sänger nach gut 20 Jahren die Band verlässt und das Urheberrecht des Namens gleich mitnimmt, ist guter Rat teuer. Der Rest vom Schützenfest, hier die Braunschweiger Alt-Punks von DAILY TERROR, taten das einzig logische – sie verpassten sich einen Titelzusatz und firmierten fortan als DAILY TERRORISTEN. „Tritt in den Arsch“, gebrandmarkt als „Vol. 1“, ist ihr erstes Album. Mit (gesanglicher) Unterstützung von DRITTE WAHL, über deren Label die Platte auch veröffentlicht wurde, geben sich die Deutsch-Punker kämpferischer denn je.

Die politische Einstellung wird heuer zur Schau gestellt und auch die eine oder andere Phrase geschmettert. So will es der Punk, so ist es überliefert. Auch wenn längst nicht alle Texte funktionieren, so ist das Songwriting doch ausgefeilt. Dass sich die Beiträge überraschend in die Länge ziehen und auch mal die Marke von sechs Minuten sprengen, spricht für ihre Verweigerung vor 08/15-Knüppel-Punk. Insgesamt 15 Nummern finden ihren Platz auf „Tritt in den Arsch“, wobei die letzten fünf unter der Überschrift „Terroristen-Party“ noch Live-Material auffahren.

Musikalisch gibt es nur eine Richtung. Mal schnell und stets melodisch wird mit Pathos und Selbsterkenntnis jongliert. Gegenüber den wesensfremden BÖHSEN ONKELZ, an die sie in Sachen Gesang und rockiger Songstruktur beizeiten erinnern, verfallen die DAILY TERRORISTEN nicht in unselige Durchhalteparolen. Herz und Hirn sitzen also an den richtigen Stellen, wobei die mehrstimmigen Refrains selbstredend nicht in Anspruch baden. Die Scheibe überzeugt, wenn nicht schon nicht auf ganzer Linie, so doch immerhin über weite Strecken. Daraus erwächst eine respektable Wiederbelebung – mit allem was dazu gehört.

Wertung: (6,5 / 10)

 

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