D-Tox – Im Auge der Angst (USA 2002)

dtoxstalloneDass der strauchelnde Action-Superstar Sylvester Stallone seinen Zenit nicht erst gestern überschritten hat, ist hinlänglich bekannt. Ebenso die Tatsache, dass der in die Jahre gekommene, heute 55-jährige Genre-Haudegen vergangener Tage seit knapp 10 Jahren alles dafür tut, den absteigenden Ast seiner Karriere vorsätzlich und vorzeitlich vom Baum der Traumfabrik Hollywood abzusägen. Letztendlich gelungen sein dürfte dem einstigen Kassenmagneten dieses Kunststück mit „D-Tox”, der auf dem steilen Weg nach unten das halbe Dutzend Flops am Stück im Freiflug mit fast spielerischer Leichtigkeit vollmacht. Das Faltengebirge mit den klötengleichen Triefaugen mimt in dem von Jim Gillespie („Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast”) zäh und fade inszenierten Thriller den FBI-Agenten Jake Malloy, der nach einem gescheiterten Selbstmordversuch (Wo doch jeder weiß, dass man die Pulsadern in längsrichtung aufschlitzt!) und üppiger Sauferei zwecks Rehabilitation in ein abgelegenes Sanatorium im tiefsten verschneiten Wyoming verfrachtet wird.

Grund für den verwahrlosten Zustand des Superbullen ist ein fieser Serienkiller, dessen bevorzugte Opfer brave Polizisten darstellen.Für Malloys Verlobte (Dina Meyer, „Starship Troopers”) macht der Psychopath netterweise eine Ausnahme und befördert den guten Mann als labiles Wrack somit in den verschneiten Betonklotz am Arsch der Welt, der ausschliesslich als Auffangbecken für durchgeknallte Ordnungshüter dient. Doch der zutiefst gelangweilte Zuschauer ahnt längst, dass der vermeintlich tote Killer die beschwerliche Reise zu all den Schizo-Cops – u.a. Robert Patrick („Terminator 2″) und Sean Patrick Flanery („Der blutige Pfad Gottes”) – auf sich nimmt um dem vom Schicksal gebeutelten Jake wie dem Publikum den nervlichen Rest zu geben. Wer wirklich geglaubt hat, Sylvester Stallone könne nach dem Rennfahrer-Trash „Driven” nicht noch zwei Etagen tiefer agieren, wird sich hier eines besseren belehren lassen müssen. Der Knittersack flennt, rennt und ballert sich durch schier endlose 92 Minuten, die weder Sinn ergeben noch unterhalten. Statt Action setzt Gillespie auf strunzdumme Dialoge, die die hanebüchene und in keinster Weise nachzuvollziehende Handlung über fast die gesamte Länge dieses ausgemachten Unsinns auf der Stelle tappen lässt.

Der durchaus ansprechend besetzte Film bietet selbst gestandenen Mimen wie Tom Berenger („Der Mann im Hintergrund”), Kris Kristofferson („Heaven´s Gate”) und Charles S. Dutton („Alien 3″) nicht einmal ansatzweise Gelegenheit, mehr als nur ein dummes Gesicht zu ziehen und schwülstigen Bockmist zu verzapfen. Gillespies Streifen schwankt dabei unentschlossen zwischen Thriller und Slasher-Movie, weist nur schablonenhafte Charaktere auf und glänzt durch die Abwesenheit inszenatorischen Geschicks und Timings. Wie schon mit „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast” greift Gillespie Motive erfolgreicher Genregrößen auf und rührt sie (zumindest diesmal) zu einem faden inhaltslosen Brei aus Klischees und Belanglosigkeit zusammen. Trauerklos und Dauerheulsuse Stallone versucht dabei krampfhaft an seine durchaus überzeugende Leistung aus „Copland” anzuknüpfen, gibt sich im Endeffekt aber mit seinem formelhaften und aufgesetztem Spiel einzig der Lächerlichkeit preis. So ist „D-Tox” nichts weiter als ein in jeder Hinsicht misslungener Thriller ohne Substanz oder Individualität. Darüber hinaus weisen die grottenschlechten Slasher- und Thriller-Elemente lediglich mittleres B-Movie-Format auf. Die Vorhersehbarkeit des Ganzen, die völlig sinnfreie Auflösung und der total bescheuerte Showdown tun ihr übriges, um diese Gurke letztendlich als reine Zeitverschwendung abzustempeln!

Wertung: (3 / 10)

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