Curse of the Komodo – Attack of the Last Dragon (USA 2004)

attack-of-the-last-dragonWenn der englische Originaltitel eines Filmes für hiesige Publikumskreise zu kompliziert erscheint, wird er häufig durch einen alternativen, ebenfalls englischen Namen ersetzt. Wie wenig Sinn diese Methode stiften kann, verdeutlicht „Curse of the Komodo“. Die bereits 2004 gedrehte und bei uns erst jetzt veröffentlichte Videoproduktion ist in der deutschen Fassung mit „Attack of the Last Dragon“ überschrieben. Nun lässt sich trefflich streiten, welche Variante die beknacktere ist. In der Summe beider Entwürfe lässt sich aber zumindest ableiten, dass die Gefahr von einem (letzten) Komodowaran ausgeht. Und ein Fluch ist der von Jim Wynorski unter dem Pseudonym Jay Andrews fabrizierte Streifen fraglos.

Auf der Isla Damas, rund 300 Meilen südlich von Hawaii, landen bei Nacht Soldaten. Bald fallen Schüsse im undurchsichtigen Dickicht und alarmieren eine Gruppe Wissenschaftler, die ein unweit gelegenes und von futuristischer Umzäunung geschütztes Forschungsareal bewohnen. In dem haben die klugen Köpfe Phipps (William Langlois) und Porter (Gail Harris) Wachstumsexperimente an Komodowaranen durchgeführt. Mit dem Ergebnis, dass die Tiere um ein vielfaches größer und gefährlicher geworden sind. Übrig blieb ein überdimensioniertes Exemplar, das die Soldatenschar dezimiert und beim Befehlsstab ernsthafte Besorgnis auslöst. Also werden Phipps und Porter zur Insel beordert, um sämtliche Beweise und gesammelten Daten zu vernichten.

Das allein genügt aber nicht, um den schmalen Plot über 90 Minuten auf Kurs zu halten. Also braucht es das Gangster-Trio um den kaltblütigen Drake (Paul Logan, „Mega Piranha“), das nach einem Casino-Überfall samt Hubschrauberpilot Jack (Tim Abell, „The Base“) in einen aufziehenden Sturm gerät und auf dem Eiland notlanden muss. Dort geraten sie schnell in den Kampf des Forschungsteams, darunter Phipps Tochter Rebecca (Glori-Anne Gilbert), mit dem Riesenwaran und müssen bald selbst ums Überleben kämpfen. Erschwert wird das Unterfangen durch den Speichel des Monsters, der für die Opfer den Tod bedeutet. Damit nicht genug, fürchtet das Militär um Publikmachung der Experimente und sendet Kampfflieger aus, um die Angelegenheit mit Bomben zu bereinigen.

Machen wir es kurz: Der Film ist miserabel. Zwar verliert Wynorski zunächst keine Zeit, driftet paradoxerweise aber früh in akute Langeweile ab. Geschuldet ist dies vorrangig umfassender Schlichtheit, was neben Story, Effekten und Wackelkamera auch die grottige Darstellerriege einschließt. Die wurde offenkundig nicht wegen ihres immensen Talents, sondern vorrangig aufgrund physischer Vorzüge besetzt, was sich denn auch in zweckfreien Oben-ohne-Szenen widerspiegelt. Die schlechte CGI-Echse bekommt recht wenig zu tun und wird meist so lange unter Feuer genommen, bis sie gelangweilt von dannen zieht. Der Zuschauer sollte ihrem Beispiel Folge leisten. Das unsägliche Auskommen hielt Wynorski trotzdem nicht davon ab, nahezu denselben Stuss unter dem Titel „Komodo vs. Cobra“ ein Jahr später noch einmal fürs Fernsehen abzuspulen.

Wertung: (2 / 10)

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