Crowned Kings – Sea of Misery (2018, Demons Run Amok/Soulfood)

Für gewöhnlich ist es wenig schmeichelhaft, wenn Bands exakt klingen wie die Summe aus bekannten Wegbereitern. Begrifflichkeiten wie „kreativer Raubbau“ sind dann rasch bei der Hand. Weitgehend umschifft wird diese Problematik im Hardcore. Denn seien wir ehrlich: Unterm Strich beruft sich das Gros der einschlägigen Knüppelkapellen auf dieselben Wurzeln. Die Frage ist dann meist nur: Old School oder New School? Im Falle von CROWNED KINGS liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Pate standen (mehr als offensichtlich) HATEBREED und TERROR. In der Konsequenz bedeutet das metallisch geprägte Aggro-Kelle ohne Zierrat, dafür mit amtlichem Gefälligkeitsfaktor.

Dass der Sound stark an TERROR erinnert, ist kein Zufall. Die Produktion des CROWNED KINGS-Drittwerks „Sea of Misery“ verantwortete (wie beim Vorgänger „Forked Road“) Nick Jett, der bei den voranstehend genannten Kaliforniern am Schlagzeug sitzt. Das Tempo ist weitgehend im mittleren Drehzahlbereich angesiedelt, was der Platte einen gewissen, in Teilen naturgemäßen Gleichklang beschert. Abwechslung kommt zumeist dadurch auf, dass man sich eben wahlweise an HATEBREED oder eben TERROR erinnert fühlt. Alleinstellungsmerkmale haben die Krachschläger aus Down Under damit nicht auf ihrer Seite. Trotzdem ist „Sea of Misery“ eine durchweg solide, technisch ansprechend umgesetzte  Alternative. Ein wenig kompakter dürfte die Scheibe hier und dort sicher sein, falsch machen kann man hier jedoch wenig. Außer natürlich, man ist auf der Suche nach Originalität.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top