Crime in Stereo – Crime in Stereo Is Dead (2007, Bridge Nine Records)

crime-in-stereo-is-deadWarum nicht einfach mal der Erwartungshaltung eine lange Nase drehen? Wer dachte, Bridge Nine Records hätte außer (Straight Edge-)Hardcore nichts zu bieten, der wird sich bei CRIME IN STEREO verdutzt in den Ohren puhlen. Der Vierer aus dem Staate New York hat zwar auch die Genrespezialität des Labels auf dem Programm, das jedoch nie in seiner Reinform. Statt dessen mischt sich Punk, mehr noch Indie in die schwer atmosphärische Spielart der Band. Das erinnert in seinen starken Momenten – und davon gibt es viele – an AVAIL mit poppiger Schlagseite.

„Crime in Stereo is Dead“, ihr dritter Langspieler, sträubt sich mit Erfolg gegen eingerostete Denkmuster und geht, unbeeindruckt von dem, was ist und war, seinen Weg. Der schwermütige, die Silben gern in die Länge ziehende Gesang gibt das verhaltene Tempo vor, was bei „Small Skeletal“ oder „Unfortunate Tourists“ nachhaltig in seinen Bann zieht. Wer unbedingt Vergleiche bedienen will, der wird zwischenzeitlich auch bei SAMIAM oder ALWAYS OUTNUMBERED fündig. Gerecht wird er CRIME IN STEREO damit jedoch nur bedingt. Sie haben ihren eigenen Kopf – und der wendet sich, ungewaschen und ungekämmt, dorthin, wo es gerade das meiste zu entdecken gibt. Eine etwas gewöhnungsbedürftige, insgesamt aber ganz starke Scheibe.

Wertung: (8 / 10)

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