Crazy Stupid Love (USA 2011)

crazy-stupid-loveIm Grunde ist im Kino alles über die Liebe gesagt worden. Das Genre der romantischen Komödie ist daher kaum mehr als eine Variierung der stets gleichen Plots. Funktionieren können diese bei aller Bekanntheit und mangelnder Überraschungsfähigkeit trotzdem. Den neuerlichen Beweis erbringt Glenn Ficarras und John Requas („I Love You Phillip Morris“) humoriger Gefühlsreigen „Crazy, Stupid, Love.“, der sich gleich der Liebesnöte verschiedener Generationen annimmt.

Garant für reges Publikumsinteresse ist eine namhafte Besetzung – und stimmige Situationskomik. In diesem Falle geht beides Hand in Hand. Der Auftakt gehört Steve Carell („Date Night“) und Julianne Moore („The Kids Are Alright“), die als langjährige Eheleute Cal und Emily Weaver in einem Restaurant, unmittelbar vor der Bestellung des Desserts, die Trennung beschließen. Das heißt, eigentlich geht der Bruch allein von Emily aus, die Cal im Auto auch noch den Seitensprung mit einem Kollegen (Kevin Bacon, „X-Men: Erste Entscheidung“) beichtet.

Für die oben erwähnte Situationskomik sorgt Carell, der während der Fahrt wie von Sinnen einfach aus dem Wagen hechtet. Die beiden gemeinsamen Kinder sind schockiert. Auch für sie gleicht die Nachricht des elterlichen Zerwürfnisses (und des väterlichen Spontanstunts) einem Paukenschlag. Ebenso empfindet es die frühreife Babysitterin Jessica (Analeigh Tipton, „The Green Hornet“), die heimlich in Cal verliebt ist, während sie wiederum von dessen Teenager-Sohn Robbie (Jonah Bobo, „Zathura“) angehimmelt wird. Der emotionalen Wirrungen und Missverständnisse ist es damit aber längst nicht genug.

Denn der bemitleidenswerte, tief deprimierte Cal erregt in einer hippen Bar das Mitleid des notorischen Aufreißers Jacob (Ryan Gosling, „Blue Valentine“), der ihn fortan in die Künste folgenloser Verführung einführt. Aber folgenlos ist in „Crazy, Stupid, Love.“ nichts, so dass neben dem veränderten Cal letztlich auch der eingefleischte Herzensbrecher Jacob entdeckt, dass etwas in seinem Leben fehlt. Als er von der reizenden Hannah (Emma Stone, „Einfach zu haben“) jedoch ihrer Familie vorgestellt wird, erleben alle Beteiligten eine handfeste Überraschung.

Zwar wirkt die flott verknüpfte Geschichte formelhaft, das muntere Ensemble, zu dem auch die bewährte Marisa Tomei („The Wrestler“) als einer von Cals One Night Stands und zugleich Robbies Lehrerin stößt, und eine charmante Inszenierung machen kleinere Schwächen aber locker vergessen. Überflüssig klischeehafte Szenen wie der katastrophale Elternabend oder der kalkuliert versöhnliche Ausklang im Schulauditorium bleiben die Ausnahme. Und weil das Regie-Duo Ficarra/Requa auch die melancholischen Töne trifft, bleibt dies kurzweilige Wechselbad der Gefühle auch nicht allein auf Komik bedacht.

Wertung: (7 / 10)

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