Crazy Eights (USA 2006)

crazy-eightsDie nicht in Frieden ruhenden Geister der Vergangenheit sind im Horrorfilm ein beliebtes Thema. Hollywood prägte diese Sparte durch klassische Haunted House-Schauergeschichten wie „Das Haus auf dem Geisterhügel“ oder „Bis das Blut gefriert“. Neuen Drive erhielt das Sub-Genre durch Japans rachsüchtige Leichen, die mit „The Ring“ und „Ju-On“ weit mehr inspirierten als eine Fülle (meist) stumpfer Remakes. Das lässt auch James K. Jones’ („The Wreck“) Nachreichung „Crazy Eights“ durchscheinen, die mit schmalem Budget und ansehnlicher Besetzung zu kalkulierter Pulserhöhung ausholt.

Durch den Tod eines Kindheitsgefährten werden sechs Freunde mit ihrer verdrängten Vergangenheit konfrontiert. In der Hinterlassenschaft des Toten findet sich eine Karte, die zu einer einstig gemeinschaftlich bestückten Truhe führt, die neben allerlei Erinnerungen an die Zeit des Aufwachsens auch das Skelett eines Mädchens enthält. Als sich die Gruppe in ein heruntergekommenes Krankenhaus verirrt, brechen dunkle Geheimnisse aus den Schatten der Vergessenheit in die Wirklichkeit hervor.

Der solide Independent-Grusler ist weder originell noch von gesteigerter Sinnhaftigkeit, immerhin aber stimmungsvoll gestaltet und um einen konstanten Spannungsbogen bemüht. Die durchaus prominente Besetzung, zu der Dina Meyer („Saw“), Gabrielle Anwar („The Tudors“), Frank Whaley („Pulp Fiction“) und Ex-Porno-Sternchen Traci Lords („Blade“) zählen, sorgt für zusätzliche Reizpunkte. Wenn der dramaturgische Unterbau – wie die meisten Dialoge – auch reichlich dünn erscheint.

Während sich die Befürchtung erhärtet, dass der unheimliche Ort Teil ihrer gemeinsamen Vergangenheit ist, lichtet sich die Gruppe durch Eingreifen eines Vergeltung einfordernden Geistes. Dessen Wirken bleibt trotz verwehrter Jugendfreigabe lediglich angedeutet und der Blick somit geschärft für betont schleichende Beklemmung. Konstant unterwandert wird diese durch den fast pausenlos wabernden Score und das erhöhte Aufkommen offensichtlicher Plotlöcher. Wer sich daran nicht stören will, der erlebt einen soliden Billig-Schocker. Besser dagewesen ist der Stoff aber bereits dutzendfach.

Wertung: (5 / 10)

 

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