Crank 2 – High Voltage (USA 2009)

crank-2Chev Chelios lebt! Zwar stürzte der vergiftete Killer am Ende von „Crank“ kilometertief aus einem Hubschrauber und schlug auf dem Asphalt auf, von derlei Rückschlägen lässt sich ein echter Kerl aber keineswegs unterkriegen. Und so folgt dem sensationell erfolgreichen Action-Comic in überstilisierter Videoclip-Optik mit „High Voltage“ eine Fortsetzung, die den Amoklauf des Todgeweihten unter veränderten Vorzeichen einfach wiederholt. Das Publikum des entfesselten Erstlings lässt sich damit leicht ködern. An seine Grenzen stößt das Konzept im zweiten Aufguss dennoch überraschend schnell.

Wesentlicher Raum für Neuerungen blieb dem Duo Mark Neveldine und Brian Taylor („Pathology“) nicht übrig. Also variieren und kopieren sie ihr hochtouriges, politisch durch die Bank herrlich unkorrektes Anarcho-Spektakel und verlassen sich wieder auf die Präsenz von „Transporter“ Jason Statham. Der genügte aber offenbar nicht mehr, um 80 Minuten Film im Alleingang zu tragen. Demnach wird eine Reihe überdrehter Nebencharaktere (am Rande der Lächerlichkeit: Bai Ling als irre Schlampe Ria) aus dem Ärmel geschüttelt, die Chelios neuerliche Jagd durch Los Angeles jedoch eher hemmen als ihr zusätzlichen Schmiss zu verleihen.

Nach dem vermeintlichen Ableben schaufelte die chinesische Mafia seinen Körper von der Straße und hielt ihn zwecks Organplünderung künstlich am Leben. Als er drei Monate später aus dem Koma erwacht, wird ihm gerade das Herz aus der Brust geschnitten und durch ein elektrisches Kunststoff-Provisorium ersetzt. Doch solche Impertinenz lässt sich das brutale Kraftpaket nicht bieten. Er entkommt und hinterlässt auf der Suche nach dem lebenserhaltenden Muskel eine Spur aus Tod und Zerstörung. Nur will die Batterie des Kunstherzens fortwährend mit Strom versorgt werden.

Und so lässt sich Chelios im Straßenverkehr Starthilfe über die Zunge geben, putscht sich mit Elektroschockern auf oder frönt wiederum öffentlichem Sex mit Freundin Eve (Amy Smart, „Mirrors“). Die Originalität aber ist schnell flöten, was bremsende Einspieler (wie die wenig gelungene „Godzilla“-Hommage) und die vermehrte Zotigkeit nicht aufwiegen können. Selbst David Carradines („Kill Bill“) Gastspiel als (lust-)greiser Triaden-Boss wirkt nur halbherzig in das absurde Stakkato-Gemetzel integriert. Ihren Spaß kann die bevorzugt männliche Klientel natürlich auch mit „Crank 2“ finden. Nur machen popkulturelle Referenzen und bloßes Abkupfern noch keine gelungene Fortsetzung.

Wertung: (6 / 10)

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