Cop Out (USA 2010)

cop-outFrüher war Kevin Smith („Clerks“) die Hoffnung des modernen Independent-Kinos. Nach erfolgreichen Jahren im Low Budget-Segment ordnete er sich dem System Hollywoods unter und setzt seither auf Komödien für eine zumindest breitere Masse. Smith, der durch die von ihm kreierten Figuren Jay und Silent Bob Kultstatus erlangte, wurde zu einem Regisseur unter vielen. Mit der Buddy-Action-Komödie „Cop Out“ verfilmte er erstmals ein Drehbuch für die große Leinwand, das nicht aus der eigenen Feder stammt. Das Ergebnis ist eine schale Auftragsarbeit ohne individuelle Handschrift.

Sicher, es gibt eine Vielzahl an Filmzitaten und Querverweisen, wofür allein die Beteiligung von Komponist Harold Faltermeyer („Beverly Hills Cop“) spricht. Nur wusste Smith diese Metaebene früher weit geschickter und vor allem mit Liebe zum fachlichen Detail auszuloten. Das als Grundlage dienende Skript von Robb und Mark Cullen („Las Vegas“) allerdings begnügt sich mit simplen Referenzen, was das humoristische Kalkül der bruchstückhaften Story bereits treffend zusammenfasst. In kaum zueinander findenden Episoden dreht sich diese um den Kampf der ungleichen New Yorker Polizisten Jimmy Monroe (Bruce Willis) und Paul Hodges (Bühnenkomiker und „30 Rock“-Star Tracy Morgan) gegen Drogendealer Poh Boy (Guillermo Díaz, „Weeds“).

Als die Chaos-Cops vom Dienst suspendiert werden, rücken sie dem Gangster auf eigene Faust zu Leibe. Wenn auch eher unfreiwillig. Weil der Baseball-vernarrte Poh Boy den Überfall auf ein Geschäft für Sportmemorabilien veranlasst, kommt Jimmy eine wertvolle Baseballkarte abhanden. Deren Erlös sollte in die Mitfinanzierung der kostspieligen Hochzeit seiner Tochter fließen und Eindruck bei der Ex-Frau und deren neuem Mann (Smith-Kumpan Jason Lee, „My Name is Earl“) schinden. Ein Druckmittel fällt den Partnern in Gestalt von Gabriela (Ana de la Reguera, „Nacho Libre“) in die Hände, die Informationen bei sich trägt, die der aufstrebende Verbrecher zur Expansion seiner Geschäfte benötigt.

Das große Manko des Films ist nicht einmal der infantile Humor, der mit überdrehter Action die Triebfeder des ideenlosen Plots bildet, sondern der peinlich Eddie Murphy und Chris Tucker nachahmende Tracy Morgan. Wenn der einmal mehr sein „Stirb langsam“-Image auf die Schippe nehmende Willis ihm in einer Szene „You suck as an actor“ an den Kopf wirft, trifft dies den Nagel voll auf den Kopf. Doch nicht nur Morgan, auch Seann William Scott („Welcome to the Jungle“) als Kleingauner Dave entfaltet hohes Nervpotential. Was hätte eine schöne Hommage an die Buddy-Komödien der Achtziger werden können, verkommt so zur fahrlässig unkomischen Sketchparade. Lustig geht definitiv anders.

Wertung: (4 / 10)

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