Concrete War (USA 1991)

concretewarSagt das hünenhafte Gangsterweib zu ihrem Kollegen: „Wie wär´s, wenn der Job vorbei ist, wollen wir uns näher kommen?“ Darauf er: „Meinst du Kegeln oder Kino oder so was ähnliches?“

Wenn Filme, wohlgemerkt keine Komödien, über dermaßen bekloppte Dialoge verfügen, eröffnen sich dem Zuschauer zwei Möglichkeiten. Entweder er schaltet ab, oder aber er lehnt sich zurück und genießt die (Schwachsinns-)Show. Die Einordnung in die zweite Kategorie erfordert eine spezielle Form von Humor, eine Resistenz gegen unverhohlene Dummheit – und natürlich Spaß am kreativen Scheitern anderer. Doch ist es keine Schadenfreude, zumindest nicht grundsätzlich, die dazu treibt, sich B-Movies zu Gemüte zu führen. Es ist der Reiz des Trash, die Aussicht auf Lacher, wo eigentlich keine sein dürften.

Kehren wir aber zurück zu den tumben Kurzzeit-Turteltauben, die als Handlanger des Verbrechens natürlich keine Chance erhalten, ihr Talent auf der Kegelbahn tatsächlich unter Beweis zu stellen. Dafür sorgt Michael Paré („Straßen in Flammen“), der als draufgängerischer Cop Jeff Flinn den Kidnappern seiner Ex-Frau (Shannon Tweed, „Running Out“) nachstellt. Sie dient als Druckmittel, um dem neuen Gemahl Eric („The Corruptor“-Autor Robert Pucci) fünf Millionen Dollar abzuluchsen, die der einst von der Mafia entwendete, sich einer Gesichtsoperation unterzog und untertauchte.

Verschanzt haben sich die Entführer (u.a. Danny Trejo, „Anaconda”) in einem Hochhaus, was, wie originell, den Klassiker „Stirb langsam“ bemüht. Und so wühlt sich Regisseur William Sachs („Der Planet Saturn lässt schön grüßen“) in „Concrete War“ durch einen Haufen Klischees und Abkupferungen, überstrapaziert im Kugelhagel Zeitlupen und lädt zum heiteren Lachkrampf ein. Spätestens wenn sich die Helden wider Willen in eine Prügelei verstricken und auch durch feindliches Feuer nicht davon abzubringen sind, den anderen durch Wände aus Pappmaché zu bugsieren, sollte kein Auge mehr trocken bleiben. An der dämlichen deutschen Synchronisation liegt die Abwanderung in die Niederungen des filmischen Unfugs also nicht.

Dabei ist gerade zu Beginn, in Schnitt, Szenenaufbau und dem nicht-linearem Einstieg, eine Ambition zu entdecken, die den Streifen bei konsequenter Weiterverfolgung hätte aus der Masse herausheben können. Doch das wohlige 80´s-Flair verpufft, sobald die Darsteller ihre Münder öffnen und das geballte Unvermögen der Autoren entblößen. Ein paar blutige Einschüsse, vorrangig die heftig saftende Erschießung eines Gangsters vor einer weißen Leinwand, stimmen da nur kurzzeitig milde. Amüsieren kann man sich dennoch. Sofern man zu jener zweiten Zuschauerkategorie zählt – und der Vielzahl absurder Szenefolgen tatsächlich einen Mehrwert an Unterhaltung abzuringen versteht.

Wertung: (4 / 10)

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