Columbus Day – Ein Spiel auf Leben und Tod (USA 2008)

columbus-dayEin Feiertag, eine öffentliche Parkanlage und der traurigen Blickes durch selbige schleichende Val Kilmer – der Minimalismus manch eines Filmwerkes neigt zur Verblüffung. Bei „Columbus Day“ jedoch geht diese kaum mit positiven Eindrücken einher. Denn die mit familiärem Drama angereicherte Thriller-Plotte wirkt so elend in die Länge gezogen, dass daneben nicht einmal mehr der krause Glaubwürdigkeitsschwund negativ ins Gewicht fällt. Kilmer, der mittlerweile für jede Hauptrolle dankbar sein muss, schlägt sich wacker gegen die bohrende Banalität. Ärgeres verhindern aber kann er nicht.

Von Hollywoods Top-Liga ist der renommierte Darsteller, der u.a. in „Heat“ und „Hannibal“ mitwirkte, nunmehr weit entfernt. Hier bremst ihn die verhaltene Geschichte aus, die nicht einmal unspannend und mit vielen Fragezeichen startet, danach aber in rasantem Sturzflug sämtliches Potential an blasierte Dialoge und vage Nebenfiguren verschleudert. Als Dieb John bekommt es Kilmer, nachdem er wertvolles Gut erbeutet hat, mit gefährlichen Gangstern zu tun. Die reuigen Wandlungen, über die er anbei Ex-Frau (Marg Helgenberger, „CSI“) und Tochter (Ashley Johnson, „Otis“) zurückgewinnen will, wirken da recht unangebracht.

An Ambition mangelt es Charles Burmeisters („The King of Sixth Street“) Projekt nicht. Schließlich führt die Liste der Produzenten mit dem zweifachen Oscar-Preisträger Kevin Spacey („American Beauty“) einen wohlklingenden Protegé. Die Beschränkung der Handlung auf jene städtische Grünanlage aber hemmt jedes Vorwärtskommen. John verstrickt sich zwischen zunehmend nervösen Telefonaten, bei denen wahlweise der bald ermordete Komplize, ein Hehler, die Geliebte oder die Familie an der Strippe landen, in Gespräche mit einem vorlauten schwarzen Jungen (Bobb’e J. Thompson, „Idlewild“), der in ihm den letzten Funken Ehrgefühl zum lodern bringt.

Die Verbindung von Thriller und Drama in allen Ehren, bei Burmeister, der neben der Regie auch gleich das Skript besorgte, kommen beide Bestandteile aber viel zu kurz. In müßiger Oberflächlichkeit beackert er die emotionalen Bande des Anti-Helden, bei denen Helgenberger und Johnson der puren Verschwendung preisgegeben werden, und drängt die von John geprellten Verbrecher, denen er die Ware der Einfachheit halber gleich zurückzuveräußern gedenkt, ins Abseits. Da ist keine Spannung, keine Cleverness, nur schwülstiger Pseudo-Tiefsinn, der zu allem Überfluss ein Happy End nach sich zieht, das auch den letzten Strohhalm möglicher Qualitätssteigerung noch achtlos beiseite wischt. Einfach ein Film ohne Klasse.

Wertung: (3 / 10)

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