Coloss – Play Fast (2004, Valium Records)

coloss-play-fast„Everything else I heard makes me bored and I give a relief sigh only when I listen to a distorted guitar. Hard! Short! Straight! Fast! If you wanna play The Rock accept these four keywords – If you wanna be The Rock accept that you’ll be one against the world…” – ´The Rock´

Wenn eine Band den Namen COLOSS trägt und ihr neuestes Werk den Titel „Play Fast”, dann wäre alles andere als die Erachtung des selbigen als oberste Prämisse pure Amtsanmaßung in Sachen Hardcore. Doch beherzigt das Trio aus Rom den eigens auferlegten Grundsatz „Hard! Short! Straight! Fast!” mit spürbarer Pedanterie, so dass „Play Fast” einen in jeder Hinsicht überzeugenden Bastard aus überschaubaren Akkorden und abwechslungsreich zweistimmig intonierten Gesangsparts verkörpert.

Überraschend gut und allen voran klar produziert, peitschen 17 Songs in einer ungehaltenden Viertelstunde aus den Boxen, werden durch ironische Zwischentöne und abwechslungsstreuende Intros, darunter ein Auszug aus ICE-Ts Gangsta-Rap-Gewitter „Colors”, 70’s-Funk oder Morricone’esker Spaghetti-Western-Score („Shavin'”), vertäut und mit stetig gen Bodenbelag getriebenem Gaspedal in offene Gehörgänge getrieben. In ihrer zeitlichen Beschränkung merzen die launigen Songs jedwede Durststrecke erfolgreich aus und etablieren sich entgegen aufkeimender Schnelllebigkeit als ausgereift und abwechslungsreich.

„Play Fast” markiert ein volles Pfund individualistischer Spielfreude, gepaart mit einer gehörigen Portion des Stilismus der amerikanischen Ostküste. Dabei prallen MENTAL auf die alten SICK OF IT ALL, verbrüdern sich mit überzeugend eigenständigem Facettenreichtum und jeder Menge Kurzweil. So entbietet COLOSS’ Debütalbum effektiven und glücklicherweise nicht allzu bierernsten Up-Tempo-Hardcore ‘Made in Italy’, durchwuchert mit persönlich verschrobenen Texten und im Hinblick auf den internationalen Vergleich nur unmerklich an Boden einbüßend.

Wertung: (7 / 10)

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