Cleaner – Sein Geschäft ist der Tod (USA 2007)

cleaner-sein-geschaeft-ist-der-todEine der unzähligen Wahrheiten des Filmbiz ist die, dass große Namen allein noch kein großes Kino schaffen. Bei „Cleaner“ wird die graue Theorie schon allein deshalb verifiziert, weil es der schnarchige Thriller nicht einmal auf die große Leinwand schaffte. Dabei verbucht er neben „Stirb langsam 2“-Regisseur Renny Harlin, dessen Karriere seit den mittleren Neunzigern im Schuss Richtung Tal fegt, die Schauspieler Samuel L. Jackson („Black Snake Moan“), Ed Harris („Gone Baby Gone“) und Eva Mendes („We Own the Night“). Aber was nutzt es?

Jackson spielt den Ex-Cop und buchstäblichen Saubermann Tom Carver, der seinen Putzfimmel zur Alterssicherung auch beruflich auslebt. Er ist ein Cleaner, jene mit starkem Magen gesegnete Reinigungskraft, die Orte des Verbrechens, nachdem die Spurensicherung ihre Arbeit verrichtet hat, von menschlichen Überresten befreit. Das einträgliche Bad in der Blutsuppe nimmt eine unerwartete Wende, als er das Wohnzimmer der Anwaltsgattin Anne Norcut (Mendes) auf Vordermann bringt, die sich später verdutzt über sein Engagement gibt. Als in den Abendnachrichten eine Vermisstenmeldung ihres Mannes ausgegeben wird, dünkt es Tom, zur Vertuschung eines heimtückischen Mordes missbraucht worden zu sein.

Die Nachforschungen des ehemaligen Bullen, der eben doch nicht aus seiner Haut kann, bleiben von Ahnungen der großen Verschwörung überschattet. Daneben plagt sich der alleinerziehende Vater mit häuslichen Problemen, will die Teenagertochter (stark: Keke Palmer, „Barbershop 2“) doch endlich die Hintergründe des gewaltsamen Todes der Mutter – und ebenso den ihres Mörders – erfahren. Über allem hängt dann auch noch ein Korruptionsskandal im städtischen Polizeiapparat, der zahlreiche Uniformträger in arge Bedrängnis bringt. Auch Tom, der während seiner Dienstzeit gern in die eigene Tasche wirtschaftete.

All das klingt komplexer und aufregender, als es das fertige Fließbandprodukt letztlich ist. Jackson schlafwandelt müden Blickes durch eine Geschichte, die sich nie richtig entfaltet und das große Ganze am Ende doch zugunsten der kleinen Tragik beiseite schiebt. Die Wendungen bleiben allesamt überraschungsfrei, der verschenkte Ed Harris als Toms Ex-Partner für die Handlung zu überflüssig, um es nicht doch faustdick hinter den Ohren zu haben. Als Einschlafhilfe gehört der immerhin schick gefilmte Krimi-Langweiler in jede Hausapotheke. Einmal müde geblinzelt und erst zum Abspann aufgewacht? Sei es drum, verpasst hat man hier eh nix.

Wertung: (4 / 10)

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