Chuck Ragan – Till Midnight (2014, Uncle-M)

chuckragantillAuf seiner letzten Tour im Sommer 2013 hatte Chuck Ragan einige Mitstreiter mehr auf der Bühne neben sich stehen, welche insbesondere durch die von ihm initiierte Revival Tour bekannt sein könnten. Freundschaften werden von ihm bekanntlich gehegt und gepflegt. Und was auf der Bühne entsprechend gut funktioniert, wurde nun mit „Till Midnight“ auch ins Studio übertragen. Erstmals hat Ragan mit vielen Musikern, Kollegen und Kumpeln (u.a. Dave Hause, Jon Snodgrass) ein Album eingespielt. Der Solo-Charakter seiner Anfänge verschwimmt so vielleicht etwas, aber zu hören ist immer noch ein typischer und unverwechselbarer Chuck Ragan.

Trotz der breiter aufgestellten Instrumentalisierung muss man als Hörer auf Kuschelromantik und Lagerfeueratmosphäre definitiv nicht verzichten. Der Sound klingt nur voluminöser, neben der bekannten Violine von Jon Gaunt oder dem Bass von Joe Ginsberg erweitert u.a. ein Schlagzeug als fester Bestandteil das Repertoire. Das Gros der Songs sind gefühlvolle Midtempo-Nummern, die charmant für Wohlfühlatmosphäre sorgen. Sei es nun am klischeehaft bebilderten Lagerfeuer oder beim nächsten Campingausflug. Zwischen den bekannten Stilen Folk, Blues, Country und Rock sorgt Ragan abermals mit seinem rauen Organ immer wieder für kleinere Highlights. Auf „Till Midnight“ sind dies vor allem der launige Opener „Something May Catch Fire“, „Non Typical“ oder „Revved“. Dagegen füllt das ruhigere und intensive „For All We Care“ jede Panorama-Tapete mit Leben und entpuppt sich als vielleicht leidenschaftlichster Song des Albums.

„Till Midnight“ ist trotz einzelner Veränderungen ein für ihn typisches Album. Was anderswo jedoch einen negativen Beigeschmack hat, ist hier höchst respektvoll gemeint. Denn über all die Jahre dieses Niveau zu halten, gelingt einfach nur den wenigsten.

Wertung: (7,5 / 10)

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