Children of the Living Dead (USA 2001)

zombie2001Nach „Night of the Living Dead“, „Return of the Living Dead“, „House of the Living Dead” und „Crypt of the Living Dead” dachte endlich auch mal jemand an die Kinder! Allerdings hat „Children of the Living Dead” weniger mit kindsköpfigen Untoten zu schaffen, sondern vielmehr mit der zweiten Generation Zombies in der amerikanischen Provinz. Koordiniert werden diese mit kaum spürbarem Genreverständnis von Filmemacher Tor Ramsey („Urban Mythology“). Dessen müde Romero-Hommage ist nämlich nicht nur leidlich unterhaltsam, sondern auch schwach in Szene gesetzt.

Ins Gespräch kam der Streifen einzig aufgrund der Mitwirkung von Effekte-Guru Tom Savini („Dawn of the Dead“). Der namhafte Maskenbildner und Gelegenheitsschauspieler („From Dusk Till Dawn“) schlüpft in „Children of the Living Dead“ in die Rolle des wehrhaften Sheriffs Hughs. Ende der Achtziger verhindert dieser quasi im Alleingang den fortschreitenden Befall aus ihren Gräbern steigender Zombies. Allerdings kann er nicht verhindern, dass er dem unlängst verstorbenen Serienmörder Abbott Hayes (A. Barrett Worland, „Fighting Words“) zum Opfer fällt.

Vierzehn Jahre später erwirbt Matthew Michaels (Damian Luvara, „Kids in America“) das alte Farmhaus, in dem der Schrecken einst begann. Ungeachtet der Warnungen der Einheimischen will Matthew den alten Friedhof nahe des neuen Domizils beseitigen lassen. Dabei geschieht das unfassbare: Erneut entsteigen die Toten ihren letzten Ruhestätten und fallen über die Lebenden her. Dabei kehrt auch Schlächter Abbott Hayes zurück. Zusammen mit Laurie (Jamie McCoy, „Losing Hope“) versucht Matthew dem Blutbad Einhalt zu gebieten.

Aufwendiger Amateur-Splatter oder semiprofessioneller Zombie-Junk. Man kann es drehen und wenden wie man will – besser wird der Film dadurch nicht. Die darstellerischen Leistungen rangieren weit unterhalb der Grasnarbe, die Effekte sind bestenfalls durchschnittlich und die Inszenierung lässt jegliches Gespür für Timing und Funktionalität vermissen. Als inoffizielle Fortsetzung zu „Night of the Living Dead“ ist Tor Ramseys Film denkbar ungeeignet. Da hilft auch Romeros Friedhofszombie Bill Hinzman („Zombie Nosh”) hinter der Kamera nichts.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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