Cherry Falls – Sex oder stirb (USA 2000)

cherryfallsEine Konstante des Slasherfilms verurteilt diejenigen zum Tode, die der Enthaltsamkeit entsagen und fleischlicher Gelüste frönen. Den Orgasmus als todesnahe Empfindung haben die Franzosen längst erkannt und dem Höhepunkt des geschlechtlichen Aktes den Beinamen „Le petit mort“ – der kleine Tod – geschenkt. In seinem Film „Cherry Falls“, in Deutschland plump „Sex oder stirb“ getauft, verkehrt „Romper Stomper“-Regisseur Geoffrey Wright jenes Grundprinzip ins Gegenteil. Die Defloration dient körperlicher Unversehrtheit, wetzt ein manischer Killer doch bevorzugt vor jungfräulichen Opfern das Messer.

Die Misere ermuntert Teenager Brittany Murphy („Spun“) und ihre Mitschüler zum kollektiv orgiastischen Virginitätsverlust, gebilligt und geschützt durch Sheriff Michael Biehn („Terminator“). Der ist als Murphys Vater gleich doppelt in Sorge, kann diese aufgrund frühzeitiger Erkennbarkeit des Täters aber nicht an den Zuschauer weiterreichen. Überhaupt gibt sich der Film in Sachen Plotkonstruktion zu bereitwillig als Epigone von „Scream“ zu erkennen. Das ist umso bedauerlicher, da das ironische Potenzial der sexuellen Regelumkehrung in diesem leidlich spannenden Brei bekannter Zutaten leichtfertig verkocht wird.

Drehbuch und Inszenierung gestatten kaum mehr als soliden Unterdurchschnitt, steife Darsteller steuern ihr Scherflein zum unbefriedigenden Endergebnis bei. Das ächzt vom kleinstädtischen Ambiente bis zur Hatz durch endlose Schulflure unter der Last der Klischees. Das Leitmotiv der unblutigen Taten ist von schreiender Einfalt, das unfreiwillig komische Finale der Sargnagel lieb- wie lebloser Thrillerkost. Selten bleibt ein Film dieses Genres hinter seinen Möglichkeiten zurück. Allein in dieser Hinsicht hebt sich „Cherry Falls“ aus dem Tross artverwandter Produktionen ab.

Wertung: (4 / 10)

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