Chamaco – Killer Kid (I/E 1967)

chamacoDer berüchtigte Chamaco (Anthony Steffen alias Antonio De Teffé, „Spiel dein Spiel und töte, Joe“) flieht aus dem Gewahrsam des amerikanischen Militärs, das prompt ein hohes Kopfgeld auf seine Ergreifung, wohlgemerkt lebendig, aussetzt. Nicht ohne Hintergedanken, verbirgt sich hinter dem gesuchten Banditen doch Regierungsagent Morrison. Dieser soll, denn immerhin werden Mexikos Freischärler mit Waffen aus US-Beständen versorgt, die Drahtzieher der Schmuggelgeschäfte enttarnen. Es gelingt ihm die Gefolgschaft von Revolutionsführer El Santo (Howard Neslon Rubien, „Der Leopard“) zu infiltrieren und obendrein das Vertrauen seiner Nichte Mercedes (gut geschminkt in allen Lebenslagen: Liz Barret alias Luisa Baratto, „Mögen sie in Frieden ruhen“) zu wecken. Nur der getreue Vilar (Fernando Sancho, „Fäuste, Bohnen und Karate“) misstraut dem hilfsbereiten Fremden.

Leopoldo Savonas („Django – Gott vergib seinem Colt“) lakonisch gefärbter Revolutions-Western ist nicht eben originell, dafür aber ohne Schnörkel erzählt. Das Drehbuch schrieb der Regisseur in Zusammenarbeit mit Sergio Garrone, der Hauptdarsteller De Teffé selbst mehrfach in Szene setzte, unter anderem in „Django und die Bande der Bluthunde“ und „Fuzzy, halt die Ohren steif“. Die Handlung scheint streckenweise etwas zu verworren, die durch mannigfaltig gesponnene Intrigen anvisierte Komplexität bricht sich an den stereotypen Figuren. Heraus sticht einzig Fernando Sancho, der sich als raubeiniger Revoluzzer einmal mehr perfekt besetzt zeigt. Sein Gegenüber De Teffé, mal Opponent, mal Kollaborateur, agiert gewohnt solide, verbleibt aber in Mienenspielen zwischen Stoik und Holzschnitt. Für einen Helden aus der zweiten Reihe genügt das vollkommen.

Zwar durchschaut Vilar die Pläne des unliebsamen Gringos in vollem Umfang, die Überraschung der aufgedeckten Tarnung könnte trotzdem nur schwerlich größer ausfallen. Der Ausführung von Morrisons Plan legt das nur unwesentlich mehr Steine in den Weg, erweist sich der mexikanische Offizier Ramirez (Ken Wood alias Giovanni Cianfriglia, „Sabata kehrt zurück“) doch als sein hartnäckigster Widersacher. Obwohl der seiner Unfähigkeit, den Aufstand niederzuschlagen und Santo zu fassen, durch die Exekution von Zivilbürgern Luft macht, bleibt das bleihaltige Geschehen frei von politischen Kommentaren. Savona übt weder Kritik, noch verweist er auf gesellschaftspolitische Spannungsfelder. Er will einen Unterhaltungsfilm schaffen, Anspruch hat da wenig Platz. Ihm gelingt ein in Action und Atmosphäre brauchbarer, insgesamt jedoch wenig glanzvoller Spaghetti-Western. Ein Kann, aber sicher kein Muss.

Wertung: (5 / 10)

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