Castoff – Lines and Passages (2015, Morning Wood Records)

castoff-lines-and-passagesBei Morning Wood Records klingt der Punk-Rock noch so, wie vor 20 Jahren. Um Novitäten schert man sich bei der Bandauswahl nicht und legt das Augenmerk lieber auf bewährte Sounds mit Klassikeranklang. Bei CASTOFF und ihrer dritten EP „Lines and Passages“ (der ersten nicht in Eigenregie aufgenommenen) sind es vorrangig PENNYWISE und BAD RELIGION, die in den Sinn steigen. Dabei sorgt die Nähe zum 90’s-Skate-Core und eine grundlegend angenehm melodische Grundausrichtung dafür, dass das halbe Dutzend Songs locker ins Ohr geht.

Bereits der Auftakt „True Wealth“ unterstreicht, dass die Kalifornier etwas zu sagen haben – und sich durch metallisch angehauchte Gitarrenparts STRUNG OUT annähern. Solch gebündeltes Namedropping ist oft ein Indiz für mangelnde Eigenständigkeit. Doch auch wenn sich CASTOFF diesen Vorwurf durchaus gefallen lassen müssen, überzeugen die von Jason Livermore im berühmten Blasting Room gemasterten Tracks über weite Strecken. Die Verwurzelung im Hardcore gefällt, die sporadischen Oohs und Aahs ebenso. Die großen Hits haben sie zwar nicht im Gepäck, Nummern wie „Subtle Art of Exclusion“ haben es trotzdem nicht schwer, beim Hörer hängen zu bleiben. So ist „Lines & Passages“ weder großer Wurf noch Geheimtipp, sondern einfach sympathisch schnörkelloser Punk auf den Spuren offenkundiger Wegbereiter. Eine Scheibe von Fans für Fans.

Wertung: (6,5 / 10)

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