Cars (USA 2006)

carsDas Animationsstudio Pixar hat schon eine ganze Menge guter Filme abgeliefert. Zwar war die Firma von Apple-Gründer Steve Jobs nie so bissig wie die Konkurrenz von Dreamworks, für eineinhalb Stunden gute und familienfreundliche Unterhaltung war das Studio jedoch immer gut. Umso schwerer ist zu verstehen, was bei „Cars“ schief gelaufen sein muss. Statt dem einmaligen Charme eines Films wie „Die Unglaublichen“ herrscht hier das erste mal ein Stück weit gähnende Langeweile.

Der rote Rennwagen Lightning McQueen (im Original mit der Stimme von Owen Wilson) ist das nächste große Ding im Renngeschäft. Schon in seiner ersten Saison hat er gute Chancen, den legendären Piston Cup zu gewinnen – einmalig in der Geschichte des Wettbewerbs. Doch auf dem Weg nach Kalifornien, wo das entscheidende Rennen der Saison stattfinden soll, rollt McQueen mitten in der Einöde aus seinem Truck und landet auf der Suche nach dem richtigen Weg in dem verschlafenen Wüstennest Radiator Springs.

Aufgeregt fährt er Amok und zerstört so die Hauptstraße der Stadt. Bevor ihn die Bewohner um das Stadtoberhaupt Doc Hudson (Paul Newman) wieder auf den Weg nach Kalifornien lassen, muss Lighting diese wohl oder übel reparieren. Dabei lernt er nicht nur wahre Freundschaft in Form von dem Abschleppwagen Hook (Larry the Cable Guy) kennen, sondern trifft auch den schnittigen Porsche Sally (Bonnie Hunt). Und Doc Hudson bringt dem oberflächlichen, vom Renngeschäft verdorbenen Jungen die wirklich wichtigen Werte bei.

Klingt kitschig, ist es auch. „Cars“ hat deutlich mehr mit den schwächeren Zeichentrickproduktionen des Disney-Konzerns gemeinsam, als mit den teils sehr netten Animationswerken aus dem Hause Pixar. Sicher, technisch sieht „Cars“ aus wie geleckt, bei dem doch sehr schwachen Drehbuch ist das jedoch nur die halbe Miete. Den Charakteren fehlt einfach die Tiefe. Lightning McQueen ist einfach noch ein kleiner Mowgli-Abklatsch, der an den legendären „Dschungelbuch“-Helden aber nicht annähernd heran kommt. Hook ist der klassische treuherzige Depp und Doc Hudson der mürrische Mentor. Soweit so unspektakulär. Der Rest, u.a. gesprochen von Michael Keaton („Batman”) und John Goodman („The Big Lebowski”), ist sowieso nur schmückendes Beiwerk.

Mit knapp zwei Stunden ist „Cars“ auch übertrieben lang. Zwar finden sich im Film durchaus nette Ideen – Stichwort Traktor umschmeißen –, volle 120 Minuten kann man aber mit netten Ideen allein nicht tragen. Da helfen auch nicht jede Menge Gastauftritte von Rennsportgrößen wie Mika Häkkinen, Michael Schumacher oder Nikki Lauda. „Cars“ ist der wohl bislang schlechteste Pixar-Film. Er ist zu vorhersehbar, zu lang und zu einfallslos. Es ist schon traurig, wenn man sich bei einem Kinogang mehr Spaß an dem (zweifelsohne fantastischen) Vorfilm „One Man Band“ hat, als am eigentlichen Hauptfilm.

Wertung: (5 / 10)

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