Carlito’s Way – Weg zur Macht (USA 2005)

carlitos-way-weg-zur-machtAls Hollywood-Legende Al Pacino seiner beeindruckenden Biografie 1993 mit „Carlito’s Way“ ein weiteres Highlight hinzufügte, ahnte er wohl nicht, dass irgendwann jemand auf die Idee kommen könnte, den Aufstieg des Carlito Brigante zu erzählen. Besser wäre es auch gewesen, Regisseur Michael S. Bergman hätte sich nicht an diesem auf solidem TV-Niveau gehaltenen Pseudo-Gangsterfilm versucht, denn dem fabelhaften Werk von Brian DePalma wird hiermit niemand gerecht.

Carlito Brigante (Jay Hernandez) hat nur ein Ziel, nämlich es nach ganz oben zu schaffen. Auf legalem Weg will er dies jedoch nicht erreichen, vielmehr bringt ihn Drogenhandel im großen Stil auf den richtigen Weg zu seinem Ziel. Gemeinsam mit seinen beiden ehemaligen Knastkumpels Earl (Mario Van Peebles) und Rocco (Michael Kelly) schafft er es bis an die Spitze, die Stadt friedlich geteilt mit dem heimlichen Boss Hollywood Nicky (Sean „Puff Daddy“ Combs). Als jedoch Earls jüngerer Bruder Reggie (Mtume Gant) in das gut laufende Unternehmen eingearbeitet werden soll, beginnt der Ärger, denn dem Heißsporn sind Respekt und Denken fremd. Dies handelt ihm schnell Ärger ein und auch Carlito hat mit seinen Leuten bald mächtig Probleme.

Ganz schlecht ist sie ja nicht, die Idee, auch das frühere Leben des in „Carlito’s Way“ aus der Haft entlassenen Carlito Brigante zu zeigen. Doch hätte dies definitiv mehr verdient gehabt, als das, was hier auf direktem Weg in den Videotheken gelandet ist. Das Prequel zum Pacino-Film besticht vor allem durch gähnende Langeweile, denn passieren tut im Grunde nie etwas. In quälend langen 90 Minuten spielt Jay Hernandez („Joyride“, „Verrückt/Schön“) den jungen Brigante als geleckten Drogendealer, dem man den ganz harten Kerl nie abnimmt. Vergleiche zu der Figur des älteren Gangsters aus dem Original sind zwar nicht ganz von der Hand zu weisen, doch fehlt es Hernandez schlicht an Ausstrahlung, um seiner Figur und dem Film einen Stempel aufzudrücken, und sei er noch so klein.

So unauffällig Hernandez agiert, so machen es ihm seine Kollegen gerne nach. Mario Van Peebles („New Jack City“, „Solo“) ist deutlich gealtert und kann seiner Figur kein Leben vermitteln, Sean Combs alias Puff Daddy alias P. Diddy hat keinerlei schauspielerisches Talent vorzuweisen, obwohl er die Darstellung eines Gangsters doch eigentlich beherrschen sollte, und Jaclyn DeSantis („Road Trip“) ist lediglich als Blickfang zu gebrauchen, auf diesem Sektor ist sie inmitten dieses Films jedoch ungeschlagen. Mit dabei sind auch die Routiniers Luis Guzman („Boogie Nights”), Giancarlo Esposito („Do the Right Thing”) und Burt Young („Rocky”).

„Carlito’s Way – Weg zur Macht“ ist dröge Kost, ohne Action, ohne Spannung, ohne Gewalt. Und wenn Jay Hernandez mal zwei Leute in einer Bar kaltmacht, dann hat auch dies keinerlei aufmunternde Wirkung. Insofern ein vollkommen überflüssiger Film, bei dem versucht wird, mit einem erfolgreichen Namen auch noch ein paar Kohlen zu machen. Vielleicht nicht ganz so mies wie der unsägliche zweite Aufguss von „Starship Troopers“, doch als Schlafpille reicht dieses Filmchen locker.

Wertung: (3 / 10)

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