Canine – Bleak Vision (2018, Bacillus Records/Bellaphon Records)

Könnte es eine packendere Weise geben, seinen Unmut über die Missstände von Welt und Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen, als durch Rock’n’Roll? Wohl kaum! Kommt dann auch noch der Hardcore ins Spiel, ist ein explosiver Cocktail garantiert, der die Tanzbeine bis ins Mark erschüttert. Entsprechend verwunderlich erscheint, dass es sich bei „Bleak Vision“ um ein Debütwerk handelt. Zurück geht der auf CANINE, eine seit fünf Jahren aktive Kapelle aus Frankfurt, deren Stilistik munter Bausteine von EVERY TIME I DIE und REFUSED kombiniert. Geht es chaotisch zu, scheinen momentweise gar CONVERGE durch. Nur eben ohne Metal-Breitseite und technischen Frickel-Schnickschnack.

Das Gros der elf Songs überschreitet je kaum die Marke von zweieinhalb Minuten. So wird das Tempo konstant hochgehalten. Dazu wabern punktiert Orgelklänge. Musikalisch geben sich CANINE angenehm vielseitig. Stimmlich hingegen wird angepisst geplärrt, was die Kehle hergibt. Ausfälle gibt es im Gefüge von „Bleak Vision“ keine zu verzeichnen, dafür mit „Ancient Lies“, „You Could Have Been a Revolution“, „Religioneater“ oder „Bulletsucker“ stattlich brachiale Hits. Wohlfühlatmosphäre kommt dabei keine auf. Mehr schon Zerstreuung mit der Anmut eines Presslufthammers. Aber der Sound wirkt trotz klar erkennbarer Vorbilder keineswegs ausgelutscht und die Gesamtanmutung so herrlich zappelig, dass es schlicht schwerfällt, sich dieser tosenden Krachsalve zu entziehen.

Wertung: (7,5 / 10)

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