Call David / Lie.Algebra – When Gravity Fails (2004, Strange Fruit Records)

call-david-lie.algebra-splitVom Kuchener Qualitätslabel Strange Fruit Records kommt einmal mehr eine Split-Veröffentlichung zweier vielversprechender deutscher Nachwuchsformationen der hinlänglich beackerten Emo-Hardcore-Sektion einher. Die verewigen sich mit der Dreingabe von je fünf Tracks auf „When Gravity Fails”. Den Anfang markieren dabei CALL DAVID aus dem Schwabenland, die sich anschicken, ihr letztjährig veröffentlichtes Debüt „Elegy vs. Tragedy” zu übertrumpfen. Auffällig erscheint dabei, dass sich das Quintett bemüht zeigt, aus dem klanglichen Schatten von PLANES MISTAKEN FOR STARS herauszutreten, obgleich an derer Statt nun die Fußspuren anderer Formationen, beispielsweise die anfänglichen KEEPSAKE oder die frühen TUPAMAROS als Referenzpunkte herhalten müssen.

Der Opener „Elegy Versus Tragedy”, den es auf erwähntem Erstling bereits in instrumentaler Form zu bestaunen gab, bildet im Rahmen der neustruktierten Darbietung im brauchbaren Wechsel aus Indie-Rock und Hardcore den frühzeitigen Höhepunkt, mündet die wenig überzeugende Fortführung des passablen Vorreiters doch in druckloses und unterproduziertes Geshoute und Geknüppel vom Fließband. Das wirkt austauschbar und selbst in seiner Beliebigkeit unausgegoren. Nach resignativer Betrachtung von CALL DAVID, die ihre Linie bedauerlicherweise noch immer nicht eindeutig definiert zu haben scheinen folgt mit LIE.ALGEBRA, ebenfalls in Stuttgart domestiziert, der vorzeitige Gewinner des freundschaftlichen Kräftemessens beider Combos.

Das Quartett besticht mit einer überzeugenden Mixtur aus PALE und THAT VERY TIME I SAW und sichert sich somit die ungeteilte Aufmerksamkeit von Freunden schwermütigem Indie-Rocks. Mit rationaler Mathematik weitaus weniger gemein habend, als es ihr Bandname vermuten ließe, reißen LIE.ALGEBRA „When Gravity Fails” durch wohl ausstaffierten Klangraum und ansprechendes Songwriting aus dem wankelmütigen Mittelmaß heraus. Alles in allem eine durchwachsene Zerreißprobe aus enttäuschendem Screamo und solidem bis überdurchschnittlichem Indie-Rock, bleibt die Split bei gutem Artwork ein zweischneidiges Schwert und wohl überwiegend dem Befürworterkreis der einzelnen Bands vorbehalten.

Wertung: (6 / 10)

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