C2 – Killerinsect (USA 1993)

ticksAnfang der neunziger Jahre, bedingt durch den kommerziellen Erfolg der Disney-Produktion „Arachnophobia”, erfuhr das ausgelutschte Genre des Tier-Horrorfilms eine kleine Renaissance. Deren Auswirkungenen allerdings wurden überwiegend auf der Basis von Videoerstveröffentlichungen spürbar. Einer der im Fahrwasser dieses Kinoerfolges entstandenen Werke ist „Ticks” aus dem Jahre 1993. In dem unter der Leitung von „Hellbound – Hellraiser 2″-Regisseur Tony Randel entstandenen B-Movie geht es um eine Gruppe Problemkids (u.a. Seth Green, Amy Dolenz und Alfonso Ribeiro), die zusammen mit zwei Sozialarbeitern (Rosalind Allen und Peter Scolari) von L.A. aus eine Art pädagogischen Selbstfindungstrip in die Wildniss unternehmen.

Doch die Natur fernab der Großstadt bietet der Gruppe wenig Erholung, denn durch den Einsatz von Pflanzensteroiden hat ein ortsansässiger Pot-Farmer (Clint Howard) harmlose Zecken in mordende Ungeheuer verwandelt. So wimmelt das Areal schon bald darauf von den mutierten Killer-Krabblern und der Kampf ums nackte Überleben beginnt. Dabei plündert der von Brian Yuzna („Re-Animator”) produzierte Film wie so häufig geschehen das Erbe der großen Monsterfilme der 50er-Jahre, ohne jemals die Klasse von stilbildenden Werken wie „Tarantula” oder „Formicula” zu erreichen. Aber das wird wohl auch nicht die Intention der Macher gewesen sein. Vielmehr bildet „C2 – Killerinsect”, so der deutsche Verleihtitel, vergnüglich blutige Kurzweil mit hohem Trash-Faktor.

Die Story ist selbstredend totaler Mist und die blassen Charaktäre formelhaft, aber die durchaus gelungenen Tricks und eine ordentliche Portion unfreiwilliger Komik bügeln die gröbsten Schwächen gekonnt aus. Dass die krabbelnden Untiere dabei eigentlich weniger Leichen hinter sich lassen, als die fiesen Marihuana-Bauern und das Finale ohne echten Zusammenhang über den Zuschauer hereinbricht, mag zweifelsohne nicht als inszenatorische Glanzleistung in die Geschichte eingehen. Aber die routinierte Regie Tony Randels sorgt dafür, dass der Streifen nicht in Gefilde übelsten Schrotts abdriftet. In diesem Zusammenhang steht natürlich völlig außer Frage, dass durchaus bekannte Gesichter wie Seth Green („Austin Powers”) kaum schauspielerische Akzente setzen können.

Die Akteure sind wenig überzeugend, seien es Amy Dolenz („Pumpkinhead 2″), Rosalind Allen („Kinder des Zorns 2″), Peter Scolari („That Thing You Do!”), der haltlos überagierend auf Gangster machende Alfonso Ribeiro („Der Prinz von Bel Air”) oder die Inkarnation des Trash-Darstellers schlechthin, Clint Howard („Evilspeak”). Im Gesamtbild macht der schräg aussehdne Bruder von Mainstream-Regisseur und Ex-Kinderstar Ron Howard („A Beautiful Mind”) immerhin noch die beste Figur. So ist „Ticks” über knapp 82 Minuten amüsanter Trash für Fans preisgünstiger Unterhaltung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wertung: (5 / 10)

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