Bunnyman – The Bunnyman Massacre (USA 2009)

bunnymanNein, mit dem Playboy-Magazin hat Carl Lindberghs „Bunnyman“ nichts zu tun. Und auch wenn zu Beginn keine reißerische Texteinblendung darauf hinweist, dass der folgende Film (sehr vage) Bezug auf ein wahres Ereignis nimmt, ist der titelgebende Hasenmann eine waschechte Großstadtlegende. Die soll sich in den 1970ern im amerikanischen Staat Virginia ereignet haben und rankt sich um einen im Kaninchenkostüm herumlaufenden Irren, der Menschen mit einer Axt bedroht. Sachen gibt’s in Amerika!

In der filmischen Aufarbeitung des Ammenmärchens sind wie so oft in transatlantischer Genrekost sechs junge Menschen mit dem Auto auf der einsamen Landstraße irgendwo im Nirgendwo unterwegs. Spätestens seit dem berüchtigten Kettensägenmassaker in Texas dürfte es kaum jemandem entgangen sein, dass diese Schauplätze als Brutstätte für Soziopathen jeglicher Ausprägung die geeignetsten zu sein scheinen. Manche von ihnen stülpen sich gerne Masken aus Menschenhaut über das von Inzest, Unfall oder beidem gezeichnete Gesicht, während andere wiederum in eine übergroße Hasenverkleidung schlüpfen. Nur mit dem Fichtenmoped wedeln sie alle gerne herum.

Gleich zu Beginn werden die ahnungslosen Mittzwanziger von einem großen Truck von der Straße gedrängt. Weil der (noch) Unbekannte einfach wegfährt und der Wagen der Clique nicht wieder anspringt, nimmt man den Fußweg durch den Wald. An der Straße könnte ja ein anderes Fahrzeug vorbeikommen oder sie gar mitnehmen. Kaum auszudenken. Eine Rückkehr zur Straße kommt ihnen auch dann nicht in den Sinn, als sie in den Bäumen im Wind wedelnde Beutel entdecken, die eindeutig menschliche Skelettreste enthalten. Die Blondine im Team wundert sich noch über die im Boden versunkenen umgedrehten Kreuze. Was die wohl bedeuten mögen?

Seine No Budget-Herkunft kann „Bunnyman“ zu keiner Sekunde verleugnen und wer wegen nichtvorhandener Story an Filmen wie diesen rummeckert, hat das Genre nicht verstanden. Auch ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass die juvenilen Charaktere immer ein gutes Stück dämlicher sein dürfen (ja sogar müssen!) als ihre Analogen in der wirklichen Welt. Die Mädchen und Jungs in diesem Heuler allerdings scheinen sich alle eine einzelne Gehirnzelle zu teilen. Anders ist deren geistige Enge nicht zu erklären. Dass ihre Verkörperer zudem nicht unbedingt mit Schauspieltalent beschenkt wurden, macht die Sache gewiss nicht besser.

Ein wahrlich schlechter Witz ist auch die Effektarbeit. Wird mal jemand mit Messer oder Kettensäge tranchiert, bedient man sich des wohl billigsten Kameratricks der Filmgeschichte: Das Opfer wird von der Seite gefilmt und der Killer fuchtelt mit dem Todeswerkzeug neben diesem in der luftigen Leere herum. Garniert wird das Ganze mit einem Schwall Blutorangensaft in der Futterluke und schon ist er fertig, der Splattereffekt der keiner ist! Bei aller Qualitätslosigkeit wird es 2012 trotzdem eine Rückkehr des Killerrammlers geben. Aber wenn schon Mörderhasen, dann doch lieber die knuddeligen Menschenfresser aus „Rabbits – Night of the Lepus“. Die treffen wenigstens auf „Star Trek“-Veteran DeForest Kelley!

Wertung: (2 / 10)

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