Bulletproof – Der Tiger II (USA 1988)

bulletproof-busey„McBain, just between you an me… I like your style.“ – Immer gern gesehen: Dialoge mit Stil und Blüte

Gary Busey als draufgängerische Heldenfigur? Na klar, am besten noch unter dem Namen McBain! Tatsächlich so geschehen – und gesehen – ward diese Kombination im Gülle-Actioner „Bulletproof“, dessen hiesigem Video-Verleihtitel noch der Zusatz „Der Tiger II“ anhängt. Eine Fortsetzung zum 1986 entstandenen „Eye of the Tiger“ (dt. Titel: „Der Tiger“) ist der von Steve Carver („McQuade – Der Wolf“) lachhaft übertriebene B-Krawall allerdings nicht. Obwohl der Cover-Aufdruck „Jetzt kommt er zurück… für immer“ den Nonsens-Charakter des tumben Streifens großzügig untermauert.

Denn Carver, der auch am Skript beteiligt war, lässt den eigentlich auf Schurkenrollen geeichten Busey (u.a. „Lethal Weapon“) als Polizisten Frank McBain entfesselt über die Stränge schlagen. Vom Fleck weg rückt der von Schund-Filmer Fred Olen Ray („Evil Toons“) als Associate Producer begleitete Streifen in die parodistische Ecke vor, was natürlich nicht intendiert ist, doch befinden wir uns immerhin in den wilden 80ern und da war bekanntlich alles erlaubt. Bei der Ausgestaltung der wüsten Ballereien darf dem geneigten Filmfreund ein ums andere Mal ein anderer McBain in den Sinn scheinen, nämlich der von den „Simpsons“. Und weil es hüben wie drüben keine von Realität oder Logik abgesteckten Grenzen gibt, sind heftige Zwerchfelleruptionen praktisch vorprogrammiert.

„You may be bulletproof, but you’re not loveproof.“ – Lächerliche Dialogzeilen? Check!

Alles ist übertrieben, an vorderster Front natürlich der mit breitem Grinsen in jeden Schusswechsel stürmende McBain. Der stört sich auch nicht daran, wenn ihm im Eifer des Feuergefechts eine Kugel in die Schulter schlägt. Denn die lässt sich doch vorm häuslichen Badezimmerspiegel flink aus dem Leib popeln. Ach ja, einen Plot gibt es auch und der lässt Haudegen Busey nach einem unzerstörbaren Panzer (hier ist einfach alles „Bulletproof“) des US-Militärs fahnden, der in Mexiko abhanden kam. Drahtzieher ist der schurkische Revoluzzer Kartiff (die bewährte Schurkenvisage Henry Silva, „Nico“), der das Kriegsgefährt in einem kleinen Dorf nahe der texanischen Grenze (!) vor Terroristen zur Schau stellt (!!).

Unter den von Kartiff als Geiseln genommenen Soldaten ist neben dem altgedienten L.Q. Jones („The Wild Bunch“) auch Darlanne Fluegel („Lock Up“), deren ewig aufmüpfige Offizierin Shepard einst mit McBain verkehrte. Und so zieht die nie um einen flotten Spruch verlegene Ein-Mann-Armee in den Krieg und spickt allerhand Schurken mit Blei. Die Action ist zünftig brutal und (im Off) vergewaltigt wird auch, weshalb die Indizierung bis heute aufrechterhalten wird. Bei und neben dem schnörkellosen Rambazamba wird keine Plattheit ausgelassen (Busey mit Saxophon am Strand!) und mit Neben- bis Randakteuren des Kalibers R.G. Armstrong („Der Tiger hetzt die Meute“), William Smith („Conan – Der Barbar“), Danny Trejo („Con Air“) und Cary-Hiroyuki Tagawa („Nemesis“) kann sowieso nichts schiefgehen. Dumm wie Rotz und trotzdem schwer unterhaltsam. Eben ein echter McBain!

Wertung: (5 / 10)

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