Bug Buster (USA 1998)

bug-buster„Wartet hier, ich muss mal eben eine Kakerlake fangen.“ – Bo

Die Wege des Trash sind nicht unergründbar, sondern auf amüsante Weise durchschaubar. Erlaubt ist, was Spaß bereitet – gemäß dieser Devise werden gern Filme produziert, deren akute Sinnlosigkeit den eigenen Unterhaltungswert flankiert. Das Sub-Genre des Tierhorrorfilms hat sich als Spielwiese solch preiswerter Filmkuriositäten hinlänglich bewährt. Die Sympathie dieser Werke schafft nicht zuletzt ihre Verzichtbarkeit. Braucht jemand solchen Schund? Für Genießer der abseitigen Kunstbeflissenheit eine Frage ohne verständlichen Hintergrund. Wer sie sich stellt, ist bei „Bug Buster“ im falschen Film. Definitiv.

Den Anfang macht ein besorgter Politiker, der dem Weisen asiatischen Wissenschaftler auf dessen Einwand hin keinen Glauben schenkt, dass der Einsatz unerprobter chemischer Keule bei der Eindämmerung einer Käferplage ungeahnte Risiken birgt. Dass der Asiate von „Star Trek“-Veteran George Takei gespielt wird, multipliziert das Vergnügen nur mehr. Was folgt ist ein Werbespot, in dem der gestandene Schauspieler Randy Quaid („Independence Day“) seine Qualität als Ungeziefervernichter propagiert und dafür durch eine schlechte Dschungelkulisse stelzt. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Auch wenn der Auftakt in dieser Form keinen Zusammenhang mit der eigentlichen Geschichte des Streifens schafft, so sind doch alle Weichen gestellt für vergnügliche Idiotie ohne jeden Funken Verstand.

Natürlich wird abermals eine provinzielle US-Kleinstadt, dem Umland entsprechend Mountview genannt, heimgesucht, abermals von mordlüsternen Insekten. Shannon (Katherine Heigl, „Chucky und seine Braut“) ist mit ihren Eltern frisch zugezogen, bandelt rasch mit Dorf-Don Juan Steve (David Lipper, „Dante´s Peak“) an und sieht sich bald zunehmender Gefahr ausgesetzt. Die unbekannte, der Kakerlake anverwandten Spezies nistet sich in menschlichen Körpern ein und kredenzt eifrig Nachwuchs, der nach einer Verpuppung zu stattlicher Größe heranreift. Sheriff Carlsson („Star Trek“-Scotty James Doohan), Deputy Bo (Ty O´Neal, „Postman“) und Veterinärin Laura (Brenda Epperson Doumani, „Windfall“) versuchen die Gefahr abzuwenden – mit Hilfe des durchgeknallten Käferkillers General George (Quaid).

Die Absurdität von Lorenzo Doumanis („Monster Night“) Film ist kaum in Worte zu fassen. Der daraus resultierende Flachwitz-Bombenhagel umso mehr. Zwar erreicht „Bug Buster“ zu keiner Zeit die hommagierende Brillanz von „Im Land der Raketenwürmer“, bleibt aber behämmert genug, um in der Tradition von „Ticks“ eigenen Charme zu entwickeln. Dass dieser auf einer lose gestreuten Zitatsammlung (Carlsson: „Sie haben doch „Der Weiße Hai“ gesehen, oder? Da hat der Sheriff viel zu lange gewartet. Das möchte ich auf keinen Fall.“) und Lachfalten hervorrufenden Tricks fußt, sollte weder verwundern noch störend ins Gewicht fallen. Verdächtig nah an der Genreparodie, hat der Mix aus Science-Fiction, Monsterfilm und Komödie mit Horror nichts zu tun. Zum Fürchten sind nur die Dialoge – gerade in der zum schießen dämlichen deutschen Synchronisation.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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