Bracket – 924 Forestville St. (1994/2018, Caroline Records)

Eine Band wie BRACKET muss man einfach gernhaben. Um Modeerscheinungen und Trendgespenster scherten sich die Kalifornier im Laufe ihres mittlerweile 26 Jahre umspannenden Werdegangs nie. Stattdessen taten sie das, was ihnen Vergnügen bereitet(e). Musikalisch bedeutet das eine eigenwillige Melange aus Punk-Rock, Pop-Punk und Power-Pop. Das Mischungsverhältnis blieb bis heute variabel und zur charakterlichen Prägung leistete auch die quakige Stimme von Sänger Marty Gregori einen nicht unerheblichen Beitrag.

Anlässlich des (fast) 25. Erscheinungsjubiläums ihres Debütalbums „924 Forestville St.“, seinerzeit durch Caroline Records herausgebracht, haben BRACKET die 14 Songs in einer digitalen Sondervariante um vier Bonus-Tracks – die B-Seiten „When I Think of You“, „Small Talk“ und „Mother to Blame“ sowie eine Demoversion von „Why Should Eye“, dem ersten je geschriebenen Song des Vierers – erweitert. Der Einfluss auf BRACKET lässt sich unter anderem an „Imaginary Friend“ ermessen, das schwer nach den nicht minder sympathischen THE MR. T EXPERIENCE klingt. Aber auch sonst bietet die Scheibe einiges fürs Ohr, mal mehr („Get It Rite“, „Huge Balloon“, „Rod’s Post“) mal weniger punkig („Missing Link“, „Can’t Make Me“).

Ein Moment, das BRACKET seit jeher begleitet, sind die „Warren’s Songs“, von denen sich auf dem Debüt gleich zwei Ausgaben finden. An schicken Momenten mangelt es der unverwechselbar aus den Neunzigern stammenden Platte wahrlich nicht. Die Hitausbeute ist so stattlich wie der eigenwillige Charme und der an die Fat-Wreck-Frühphase erinnernde Sound sollte Genre-Fans und Nostalgikern manch schwelgerischen Erinnerungsmoment bescheren. Danke, BRACKET!

Wertung: (7,5 / 10)

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