Boy Hits Car – All That Led Us Here (2014, Wind-Up Records)

boy-hits-car-all-that-led-us-hereManchmal ist Rockmusik spirituelle Selbstfindung. Das Bewusstsein wird in der kreativen Schaffensphase erweitert und auch dem Hörer sollen alternative geistige Strömungen eröffnet werden. Dagegen ist grundlegend nichts einzuwenden, wo das Individuum sein Seelenfutter zu finden gedenkt, bleibt ihm schließlich selbst überlassen. Bei BOY HITS CAR und ihrer fünften Scheibe „All That Led Us Here“ sind Sitarklänge und Percussions das Mittel zum küchenphilosophischen Zweck. Dazu setzt es Weltverbesserungssingsang von Cregg Rondell, Freund des Ozeans und für Toleranz und Frieden kämpfender Liebes-Extremist – als Zitatbrei aus „The Extremist (Do You Feel Me On This)“ und „Ocean Equation“ entnommen.

Ausgangspunkt der Musik bleibt Alternative-Rock, der bisweilen noch die Verwurzelung im Nu Metal durchscheinen lässt, insgesamt aber doch recht glatt und massenkompatibel klingt. Spürbar bleibt das vor allem bei „Silhouettes Fade“ und dem funkig weichgespülten „What’s On Your Mind (Pure Energy)“. Die freigesetzte Energie ergießt sich routiniert in melodische Soundstrukturen zwischen harten Riffs und soften Refrains. Seine Stimme hebt Rondell nur selten. Sie verbleibt auf einer Ebene säuselnder Gleichförmigkeit, die auch für die Platte als Ganzes steht. Denn das Repertoire auf „All That Led Us Here“ ist überschaubar und spätestens nach der Albummitte wirkt das Ideenpotenzial erschöpft. Das liegt auch an der orientalischen Horizonterweiterung, die den soliden Rock der alteingesessenen Kalifornier nach hinten raus zu vorhersehbar aus bewährten Mustern herausführen soll. Neue Denkanstöße werden so höchstens randläufig vermittelt.

Wertung: (5 / 10)

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