Born to Fight (T 2004)

born-to-fight-2004Thailands Filmindustrie hat durch die internationale Veröffentlichung des Martial-Arts-Krachers „Ong Bak“ einen sensationellen Aufschwung erlebt. Plötzlich sind die Filme des „kleinen Hongkong“ in aller Munde, bestechen durch waghalsige Stunts und schier unglaubliche Actionsequenzen. Eindrucksvoll untermauert dies „Born to Fight“, das Regiedebüt des „Ong Bak“-Co-Autors und Kampfchoreographen Panna Rittikrai. Dieser nutzt einen banalen Genreplot zum Sprungbrett für eine furiose Gewaltorgie, die alle hochbudgetierten Effektgewitter Hollywoods in ihre Schranken weist.

Bei der Festnahme des mächtigen Waffenhändlers Yang (Nappon Gomarchun, „Gunman II“) kann der junge Polizist Daew (Dan Chupong, „Ong Bak“) den Tod seines Partners nicht verhindern. Zur Ablenkung nimmt ihn seine Schwester mit in ein abgelegenes Dorf, wo Daew mit einigen Sportlern Hilfsgüter an die Bewohner verteilen soll. Plötzlich wird die Ansiedlung attackiert, mit roher Gewalt wird gegen die Dörfler vorgegangen. Die Überlebenden werden als Geiseln genommen, im Namen einer terroristischen Vereinigung, die den inhaftierten Yang freipressen will. Um das Blutbad zu beenden, holt Daew zum Gegenschlag aus.

Das in „Born to Fight“ aufgetischte Handlungskonstrukt spottet jeglicher Beschreibung. Panna Rittikrai bemüht sich nicht einmal im Ansatz um eine nachvollziehbare, geschweige denn logische Geschichte und gibt dem akrobatischen Totentanz von Minute eins an das Zepter in die Hand. Was hier zählt ist Action – und die hat es wahrlich in sich. In Zeitlupe vollführen Darsteller und Stuntleute – meist in Personalunion – waghalsige Aktionen, die dem Betrachter ein ums andere mal den Atem stocken lassen.

Allein zum Auftakt geht eine ganze Wellblechsiedlung in Flammen auf. Menschen werden in Slow-Motion blutig von Kugeln durchsiebt und spektakuläre Sprünge und Stürze präsentiert. Und nach der kurzen Einführung in den hauchdünnen Alibiplot gewinnt „Born to Fight“ erst richtig an Fahrt. Denn in einem orgiastischen wie ultrabrutalen Showdown werden im Bereich des fernöstlichen Actionfilms Maßstäbe gesetzt. Dass kein millionenschweres Budget hinter dem schnörkellosen Reißer steht, ist offenkundig. Doch wird hier impressiv vorgeführt, wie aus relativ bescheidenen Produktionsmitteln großes gedeihen kann.

„Born to Fight“ ist pures Adrenalin, ein Actionfilm im besten Sinne des Wortes. Hier fallen mehr Patronenhülsen als Worte, werden mehr Knochen gebrochen als Mienen verzogen. Tendenzieller Menschenverachtung zum Trotze ist das rasante Spektakel ein Fest für Genrefans. Dabei wird den Protagonisten mit teils krasser Gewalt zu Leibe gerückt. Einem Angreifer wird eine Kugel durch den ausgestreckten Arm gejagt, unmittelbar in die Stirn eines anderen. Gliedmaßen werden abgeschossen, Genicke gebrochen. Für Cineasten ist bei diesem Film nichts zu holen.

Ein bisschen Pathos, viel Blut und virtuose Kampfchoreografie sind die Bestandteile von „Born to Fight“. Eine Story braucht es da nicht, spätestens in Hälfte zwei wird die Handlung endgültig von einem tosenden Action-Orkan beiseite gefegt. Dass die Geiseln erst zur eingespielten Nationalhymne zum Gegenangriff blasen und die Figuren nicht mehr als abgenutzte Klischees bedienen, muss im Sinne standesgemäßer Stupidität billigend in Kauf genommen werden. Denn wann gab es zuletzt derart furios inszeniertes Massensterben zu bewundern? Eben!

Wertung: (6 / 10)

scroll to top