Born to be Wild – Saumäßig unterwegs (USA 2007)

born-to-be-wildAlte Männer, heiße Öfen. Kaum etwas steht mehr für Freiheit als ein Mann und sein Motorrad. Dies dachten sich wohl auch die Macher von „Born to be Wild“, der Song von Steppenwolf steht seit Jahrzehnten für eine ganze Bewegung. Im gleichnamigen Film kämpfen vier Wochenend-Rocker darum, genau diese Freiheit abseits ihres geregelten Lebens wiederzuerlangen. Natürlich mit Erfolg.

Die vier in einem Vorort von Cincinnati lebenden Freunde haben ihre besten Zeiten bereits hinter sich. Woody (John Travolta) wurde gerade von seiner Frau verlassen, der erfolglose Bobby (Martin Lawrence) steht unter der Fuchtel seiner Frau, der Programmierer Dudley (William H. Macy) hat keinen Erfolg bei Frauen und der Zahnarzt Doug (Tim Allen) wird von seinem Sohn als langweilig angesehen. Zeit, etwas zu ändern, eine Wochentour mit dem Motorrad soll die Freunde wieder an alte Zeiten erinnern. Als „Wild Hogs“ machen die Ausfhilfs-Rocker die Highways unsicher, treffen dabei aber auf die Motorrad-Gang „Del Fuegos“, deren Anführer (Ray Liotta) mit den Wochenendrockern gar nichts anfangen kann und einen kleinen Privatkrieg anzettelt.

Nicht nur im Film stehen die Protagonisten auf dem Abstellgleis, auch im wirklichen Leben haben die Karrieren von John Travolta („Pulp Fiction“), Tim Allen („Galaxy Quest“) und Martin Lawrence („Bad Boys“) schon bessere Zeiten gesehen. William H. Macy („The Cooler“) war dagegen nie ein großer Star, vielmehr glänzte er in kleineren Filmen als Charakterdarsteller. Beinahe bezeichnend, dass ausgerechnet er für die meisten Lacher sorgt und ungeahntes komödiantisches Talent offenbart.

Die Einführung der verschiedenen Figuren erfolgt zügig, die Darstellung deren alltäglicher Probleme ebenso. Schon dabei macht Macy die beste Figur. Allerdings sind es weniger ironische Seitenhiebe auf die Generation 50+, sondern eher die Art von Gags, wie sie in Hollywood üblich sind. Der Holzhammer kreist, nie wirklich böse, aber nur selten richtig gut. Tim Allen und Martin Lawrence können und dürfen ihre komödiantische Ader nie richtig raushängen lassen, John Travolta ist dazu (hier) einfach nicht imstande. Wieder ist es Macy, der für harmlosen Slapstick sorgt. Gut dagegen ist Ray Liotta („Good Fellas“) als abgewrackter Biker, oder John C. McGinley („Scrubs“, „Platoon“) als homosexueller Cop. In einer Nebenrolle ist zudem Marisa Tomei („Mein Vetter Winnie“) zu sehen, immerhin Oscar-Ppreisträgerin. Dass dies keine glanzvolle Karriere bedeuten muss, zeigt ihr Werdegang der vergangenen zehn Jahren ganz gut.

Im letzten Drittel nimmt der Film von Walt Becker („Party Animals”) dann die im Vorfeld angekündigte moralische Wende. Freunde geraten kurz aneinander, helfen sich jedoch gegenseitig wieder auf und erreichen zum Schluss all das, was sie nie für möglich gehalten hätten. „Born to be Wild“ ist ein harmloser Spaß für die ganze Familie, mit allen Versatzstücken, die derlei Filme zuhauf bieten. Und Travolta schwingt mal wieder das Tanzbein. Business as usual.

Wertung: (5 / 10)

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