Boon – The Almighty Love (2010, Noisehead Records)

Eine Platte mit dem Titel „The Almighty Love“ verspricht Kitsch bis zum Abwinken. Tatsächlich trägt das Wiener Rock-Geschwader BOON (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen US-Combo) auf seinem zweiten Musikwerk bisweilen reichlich dick auf. Aber wer will es ihnen verübeln? Schließlich finden sich neben all dem gefühlsudeligen Pathos ausreichend Kick-Ass-Momente, um das Haupt am Bangen zu halten. Zudem wechselt der Vierer bisweilen mit bemerkenswerter Spritzigkeit zwischen den Klangfarben. Für ansprechende Stimmung ist also rasch gesorgt.

Neben der schmissigen Spielweise trifft aber auch Frontmann Wolfgang Pendl mit seinem Organ ins Schwarze. Das herzerweichende Gesülze á la Bon Jovi hat er ebenso auf der Pfanne wie räudiges Knötern, was der Abwechslung spürbar zuträgt. Nur die Qualität der Songs erweist sich zeitweilig als unbeständig. Manchmal wirkt der Bogen schlicht überspannt, vereinzelte Nummern (u.a. „Dead Mind“) unnötig aufgeblasen. Dennoch hinterlassen die Österreicher einen positiven Gesamteindruck. Die Posen beherrschen sie aus dem Effeff, Power und Kurzweil überspielen kleine Schwächen spielend. Eine gelungene Scheibe.

Wertung: (6,5 / 10)

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