Boomer – Überfall auf Hollywood (USA 1991)

Manchmal schreit das Gemüt einfach nach Old-School-Action mit Vokuhila-Held. Ist die Frisurenvorgabe beim wunschgemäßen Zeitvertreib Pflicht, landet man rasch bei „Boomer – Überfall auf Hollywood“. Den munteren Genre-Rabatz kurbelte „Der stählerne Adler“-Regisseur Sidney J. Furie anno 1991 herunter und setzte die Drehbuch-Prämisse, Beverly Hills in Schutt und Asche zu legen, standesgemäß um. Das autarke Nobelviertel von Los Angeles wird zum Ziel korrupter (Ex-)Polizisten, die eine fingierte Chlorgaskatastrophe zum Anlass eines ausgedehnten Raubzugs nehmen. Nur haben die Gangster ihre Rechnung ohne Boomer Hayes gemacht.

Der ist Football-Star, Frauenheld und trotz narzisstischer Anwandlungen ein prima Kerl. Verkörpert wird er von Ken Wahl („Der Söldner“), der wohl als einer der wenigen Schauspieler des Erdenrunds tatsächlich mit der einleitend beschriebenen Haarpracht punkten konnte. Ihm gegenüber steht Reibeisenvisage Robert Davi („Stirb langsam“), der (natürlich) den Unsympathen vom Dienst markiert und dem sportiven Aufreißer Boomer naturgemäß wenig Zuneigung entgegenbringt. Sein Robert Masterson steht dem städtischen Football-Team vor und ist damit Brötchengeber des einsamen Helden. Dass der bald ausreichend Gelegenheit erhält, sich als Mitarbeiter des Monats zu profilieren, passt Masterson und Komplizen gar nicht in den Kram.

Eigentlich sollte die wohl betuchte Bevölkerung von Beverly Hills ganzheitlich evakuiert werden. Übrig bleibt jedoch Boomer, der eigentlich mit Laura (Harley Jane Kozak, „Arachnophobia“), auf die Masterson ebenfalls ein Auge geworfen hat, in den Whirlpool steigen wollte. Als auch sie abtransportiert wird, bleibt der Schwerenöter allein zurück – und gerät mitten in den Raubzug der abtrünnigen Staatsdiener. Gewissen zeigt einzig Polizist Kelvin (Matt Frewer, „Max Headroom“), der Boomer beisteht und sich fortan der Attacken von Ausputzer Benitez (Branscombe Richmond, „Renegade“) erwehren muss, der den beiden mit schwerem Gerät nachstellt. Dabei sorgt vor allem die Zerstörungsfahrt mit einem Panzer für erhobene Augenbrauen, die den Action-Reigen effektreich eröffnet.

Die Inszenierung lahmt zunächst ein wenig und auch der typische 80er-Soundtrack mit reichlich Saxophon-Einsatz sprüht nicht gerade vor Dynamik. Haben aber die Pyrotechniker das Kommando übernommen, bürgt der im Original „The Taking of Beverly Hills“ überschriebene Streifen für lockeren Rabatz mit sympathischem Helden und einer ordentlichen Portion Humor. Dass der Plot an sämtlichen Haaren Hollywoods herbeigezogen ist, unterstreicht lediglich die übertriebene Ader. Darüber hinaus geht schön viel kaputt und die Gangster schießen aus allen Rohren und Lagen mies genug, um Boomer und Kelvin eine echte Chance zu gewähren. Laura darf derweil im als Evakuierungs-Hauptquartier dienlichen Luxushotel Masterson als Drahtzieher der schurkischen Aktion entlarven. Das genügt für heiter anspruchslose Unterhaltung, mit der sich auch bei weniger üppiger Kopfwolle prima die Zeit vertreiben lässt.

Wertung: (6 / 10)

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