Boogeyman – Der schwarze Mann (USA/D/NZ 2005)

boogeyman-2005Wenn auf Gottes grüner Erde ein Mann billigen Trash produzieren darf, dann ist es Sam Raimi. Seien es die Klassiker der „Tanz der Teufel“-Reihe oder die herrlich, und man darf vermuten bewusst, dämlichen TV-Produktionen über He-Man, Hercules oder Xena. Doch diesmal hat der den Bogen überspannt.

In einem abgeschiedenen Haus (Wie viele Horrorfilme fangen eigentlich so an? Bei Kenntnis bitte Email an mich!) liegt ein kleiner Junge in seinem Bett und hat Angst. Denn etwas ist in seinem Schrank und will ihn holen – der Boogeyman. Als sein Vater ihm zeigen will, dass es alles nur ein Alptraum war, wird dieser in den Schrank gezerrt und kommt nie wieder heraus. 15 Jahre später: Tim (Barry Watson) hat immer noch Angst vor Wandschränken. Das Haus seiner Eltern hat er seit Jahren nicht mehr betreten. Doch als seine Mutter stirbt, will er sich seinen Ängsten stellen und nur eine Nacht (siehe oben) in diesem Haus verbringen. Doch wie sich überraschenderweise herausstellt, ist der Boogeyman nicht nur eine abstrakte Angst, es gibt ihn wirklich.

Der Plot ist schwach – seine Ausführung noch schwächer. Für den Drehbuchautor Eric Kripke, der kreative Kopf hinter einer neuen „Tarzan“-Serie, bleibt nur die gute alte, wenngleich moralisch verwerfliche, Option des Berufsverbots. Der Film hat keine klare Erzählstruktur und keine wirklichen Figuren. Unser kleiner Tim wandelt sich, wie bei einem 86-Minuten-Film üblich, in Minute 55 vom totalen Versager zum besseren Geisterjäger. Der Showdown ist völliger Dreck. Der Boogeyman sieht aus wie eine Mischung aus Darth Maul und DMX – und zwar auf die schlechte Art. Einzig Lucy Lawless’ kleine Auftritte als Tims Mutter machen dem gewogenen Trashfreund ehrliche Freude. Auch hat der Film in der ersten Hälfte einige gut getimte Schockeffekte, die werden dann aber auch so berechenbar, dass der Spaß daran zunehmend nachlässt. Alles in allem ist „Boogeyman“ ein selten dämlicher Film. Spart euer Geld! Und zu Sam Raimi: Ich bin enttäuscht!

Wertung: (3 / 10)

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