Boa vs. Python – Duell der Killerschlangen (USA 2004)

boa-vs-pythonPossierliche Duelle absurder Monstrositäten sind auf den Leinwänden des fernen Ostens fester Bestandteil einer langen Tradition stilbildender B-Movie-Abgründe. Wenn Godzilla wahlweise King Kong, Frankensteins Monster oder Spacegodzilla die Fresse poliert, Gamera bevorzugt Jiggar, Zigra oder Guiron aufmischt und Tokio bereits zum zwölften Male allein in dieser Woche in Schutt und Asche liegt, schütten die Hirnwindungen eingefleischter Fans rund um den Globus fidel Endorphine aus. Auf derlei Trash-Trophäen kann Hollywood trotz jahrzehntelanger Bemühungen Roger Cormans nicht verweisen. Abgesehen von „Freddy vs. Jason” und „Alien vs. Predator” sowie „The People vs. Larry Flint” und Bush gegen Kerry hat Amerika schlicht keine Schauwerte im Bereich kloppender Plastilin-, bzw. CGI-Kuriositäten vorzuweisen.

„Boa vs. Python”, das für die US-Fernsehlandschaft produzierte Regiedebüt des TV-Editoren David Flores („Dragon Fighter”), durchbricht den Mantel asiatischer Genre-Domäne zumindest im illustren Ansatz und garantiert billige Balgereien preisgünstiger Mutationen. Darin lässt der millionenschwere Unternehmer Broddick (Adam Kendrick) eine mehr als 20 Meter messende Python zu Zwecken illegaler Jagdaktivitäten importieren. Doch natürlich gelingt der Riesenschlange die Flucht. Eine Spur menschlicher Opfer hinter sich lassend, koaliert FBI-Agent Sharpe (Kirk B.R. Woller, „The Ring 2″) zur Bekämpfung des Monsters mit den Wissenschaftlern Emmett (David Hewlett, „Cube”) und Monica (Jaime Bergman, „Soulkeeper”). Emmett selbst hat im Rahmen seiner biogenetischen Forschung eine nicht minder gewaltige Boa gezüchtet, die das Militär auf die Spur der mordenden Python bringen soll.

Warum solch inflationäre Attribute wie Atmosphäre, Spannung oder inszenatorische Stringenz bedienen, wenn man auch mit hohlem Hallodri-Horror brillieren kann? „Boa vs. Python – Duell der Killerschlangen” mäandriert gekonnt inkompetent durch Klischees und Albernheiten, delektiert sich an Elementen aus „Anaconda”, „Aliens” und „Hard Target” und reichert das konfuse Konstrukt debiler Unterhaltungsexzeme mit reichlich nackter Haut an. Dergleichen zeigen auch die schuppigen Protagonisten, obgleich die generierten Ringelwürmer das bescheidene Budget zu jeder Zeit repräsentieren. Allein Trash-Fans werden vor Freude im Kreise grienen, verbreitet der vergnügliche Unfug mal gewollt, meist unfreiwillig glänzende Laune. Doch muss der geneigte Vielseher bis zum finalen Clash der Killerschlangen hanebüchenen Schwachsinn im Übermaß über sich ergehen lassen.

Auf johlende Fürsprache trifft in diesem Zusammenhang nicht nur die orale Befriedigung eines attraktiven weiblichen Opfers mit gespaltener Zunge, sondern auch die tricktechnische Ansiedlung des Streifens am unteren Ende der Nahrungskette. Mit Kirk Woller und David Hewlett derweil überdurchschnittlich gut besetzt, schmückt sich die putzige Trash-Peitsche mit den adretten Playboy-Darstellern Adam Kendrick und Angel Boris als Blickfang. Auf der einen Seite solide inszenierte Verkettung in sich unzusammenhängenden Sci-Fi-Humbugs, birgt „Boa vs. Python” auf der anderen Hand unterhaltsamen Quatsch mit Soße für anspruchslose Allesseher. Wer „Octopus” und „Spiders” mochte, der wird sich auch bei dieser künstlerischen Vollbremsung vor Lachen das Beinkleid besprenkeln.

Wertung: (3 / 10)

scroll to top