Blue Ruin – Green River Thriller (2018, RSR/Cargo Records)

Hard-Rock trifft Punk. Diese Melange wurde durch Bands wie MOTÖRHEAD zur Kunst erhoben. Davon profitieren auch BLUE RUIN aus dem Neuseeländischen Auckland, eine rein weibliche Combo, die den Rock’n’Roll versiert in verschiedene Richtungen beugt. Stimmlich bedeutet das mehr Rockröhre als Punk-Queen, wobei immer dann die Stimmung steigt, wenn der Gesang mehrstimmig vorgetragen wird. Die Debüt-EP der fünf Damen trägt den Titel „Green River Thriller“ und bietet – inklusive einem Intro-Track – sieben Nummern unterschiedlicher Prägung. Und Qualität.

Das Titelstück zeigt souverän, wie kerniger Rock und Punk zusammen funktionieren. Thematisch wird – wie unlängst auch bei SCHEISSE MINNELLI – das Treiben von Serienmörder Gary Ridgway aufgegriffen. Auch das melodischere „Exist“, „Turn On the Night“ und das gen Horror-Punk driftende „Scream Queen V3“ machen Laune. Woran es BLUE RUIN bei aller grundlegenden Energieleistung jedoch mangelt, sind wirklich erhabene Momente oder zumindest solche Ankerpunkte, die „Green River Thriller“ zum Aspiranten auf wiederholte Hördurchläufe erheben könnten. Potential ist vorhanden, zwingend auf dem Schirm behalten muss man diesen rotzigen Genre-Mix allerdings nur eingeschränkt.

Wertung: (6 / 10)

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