Blow (USA 2001)

blow-2001Die Verfilmung der wahren Geschichte eines der größten Drogendealer in der Geschichte Amerikas sollte Ted Demmes („No Panic – Gute Geiseln sind selten”) endgültiger Hollywood-Durchbruch werden. Allerdings wurde der Film zum Vermächtnis des Regisseurs, der am 14. Januar dieses Jahres mit nur 38 Jahren an einem Herzinfarkt starb.

„Blow” erzählt das Leben des George Jung (Johnny Depp), der den „American Dream” auf seine ganz eigene Art zu verwirklichen wusste. In der Provinz aufgewachsen, lernt er durch seinen Vater (Ray Liotta), der trotz übermäßigem Arbeitspensum kaum in der Lage ist, die Familie über Wasser zu halten, bereits früh die Bedeutung des Geldes kennen. Ende der sechziger Jahre zieht George nach Kalifornien, wo er sich in die Flugbegleiterin Barbara (Franka Potente) verliebt. Durch deren Bekannte realisiert er, welches Geschäft sich mit dem überall in den Staaten begehrten Marihuana aufziehen lässt. Kurz darauf ist er mitten im lukrativen Drogenhandel verwurzelt, der perfekt läuft, bis Barbara an Krebs erkrankt und stirbt.

Durch den Verlust der ersten großen Liebe unvernünftig geworden, wird George schon bald zum ersten Mal in Gewahrsam genommen. Im Gefängnis jedoch knüpft er wichtige Kontakte zur kolumbianischen Drogen-Mafia und lernt alles Wesentliche über den Handel mit Kokain, auf den er nach seiner Entlassung unverzüglich umsteigt. Im Zuge seiner darauf folgenden Karriere muss George allerdings bald erkennen, dass man auch in den eigenen Reihen niemandem trauen sollte. Von seinen Freunden hintergangen und seiner Frau Mirtha (Penelope Cruz) fallengelassen, muss George der bitteren Realität schon bald ins Auge sehen.

Ted Demmes Aufarbeitung des kometenhaften Aufstieges und tiefen Falls des George Jung ist ein unterhaltsamer, aber auch recht oberflächlicher Blick auf das Leben des größten Kokain-Importeurs der 70er und 80er Jahre. Die Zeit in dieser gut gespielten Loser-Ballade fliegt so schnell vorüber, dass die dramaturgische Tiefe dabei fast gänzlich auf der Strecke bleibt. So erinnert Demmes Inszenierung sehr oft an Milos Formans Episodenhaften Erzählstil in „Der Mondmann” und „Larry Flint”, die trotz unbestreitbarer Qualität ebenfalls eine erzählerische Linie vermissen ließen.

Insgesamt betrachtet lebt „Blow” vom guten Zusammenspiel der unaufdringlichen Akteure. Johnny Depp („Benny und Joon”) überzeugt mit gewohnt guter Leistung, wirkt aber beizeiten recht unterfordert. Hollywood-Import Franka Potente („Der Krieger + die Kaiserin”) zeigt sich unspektakulär, aber doch mit gutem Einstand im amerikanischen Filmgeschäft, während Penelope Cruz („Alles über meine Mutter”) und Ray Liotta („GoodFellas”) ihre insgesamt interessanteren Rollen ansehnlich zu gestalten wissen. Ein keinesfalls perfekter, aber doch durchweg fesselnder Film.

Wertung: (6,5 / 10)

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