Blood Diner (USA 1987)

blood-diner„Wir suchen nach ein paar Psycho-Killern, die vielleicht vegetarisch essen. Passt irgendeiner ihrer Kunden auf diese Beschreibung?“ – Die Polizei tappt im Dunkeln

„Blood Diner“ ist der Versuch einer Parodie. Oder ist es doch eine Hommage? Regisseur Jackie Kong („The Being“) eifert offensichtlich dem ´Godfather of Splatter´ Hershell Gordon Lewis und dessen krudem Klassiker „Blood Feast“ nach. Auch er setzt auf eine einleitende Warnung an zart besaitete Zuschauer und verbittet sich die Nachstellung der mordlüsternen Handlungen. Es folgt eine Rückblende in die Sechziger, die die kindlichen Brüder Michael und Georgi einführen, die vom (polizeilich recht bald niedergeschossenen) Onkel in die Künste der Schwarzen Magie eingeführt wurden.

20 Jahre später buddeln die nun erwachsenen Okkultisten die Leiche des Verwandten aus und platzieren sein (sprechendes) Gehirn samt Augenpaar in einem blubbernden Einmachglas. Nach seinen Instruktionen sollen Michael (Rick Burks) und Georgi (Carl Crew) die altlumerische Zornesgöttin Sheetar erwecken und ihr einen aus verschiedenen Frauenleichen zusammengesetzten Körper bereit stellen. Die Reste ihrer Opfer verarbeiten sie im hauseigenen vegetarischen (!) Imbiss zu begehrten Festmahlen. Doch die Polizei ist den beiden längst auf den Fersen.

Michael: „Freut mich Mr. C.“
Gast: „Du kannst mich ruhig Vitamin nennen.“

Mit viel nackter Haut, infantilem Witz und Latexgekröse erregte der blutige Trash seinerzeit einiges Aufsehen. Der lange verrufene 80’s-Splatter wird heute, wie so viele andere Genrebeiträge neben ihm, aber längst nicht mehr so heiß gegessen wie er einst gekocht wurde. Will heißen Anfeindung und Zensur gehören auch in diesem Falle der Vergangenheit an. Nach einer Neuprüfung durch die FSK ist Kongs Verbeugung vor dem klassischen Exploitation-Kino gar ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben worden.

Slapstick, Gekotze, Innereien, Oben-ohne-Aerobik: Wenn nicht gerade in süffisanter Übertreibung gegen den American Way of Life gestänkert wird, regiert flache Situationskomik das Bild. Die deutsche Synchronisation trägt ihren Teil zur flachwitzig respektlosen Unterhaltungsattacke bei. Geschmacklos ist der mies gespielte und dazu passend getrickste Film sicher. Bei aller Überdrehtheit geht es aber nur selten wirklich witzig zu. Die bewährte Mixtur aus Blut, Titten und Trash erfährt durch die beschränkte Ausführung eine jeder Ernsthaftigkeit entwachsene Despektierlichkeit. Neben der gelungenen Hommage an die Vorläufer des Metzel-Kinos kommt aber nur vereinzelt Laune auf.

Wertung: (4 / 10)

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