Blood & Chocolate – Die Nacht der Werwölfe (USA/GB/D/RO 2007)

blood-and-chocolateHollywood unter Sparzwang. Für ihr US-Debüt wurde „Bandits“-Regisseurin Katja von Garnier in den europäischen Osten geschickt, um für wenig Geld das Wolfsmensch-Märchen „Blood & Chocolate“ zu kredenzen. Zielgruppe ist die Teenie-Klientel, für die der nach ähnlichem Muster gefertigte „Underworld“ zu sehr nach Erwachsenen-Horror stank. Entsprechend handzahm geht es zu, wenn in Bukarest ein Clan pelzbewährter Geschöpfe sein Unwesen treibt. Zwischen menschlicher und wölfischer Gestalt können sie nach Belieben wechseln und blasen im Dienste der Unauffälligkeit nur zur gelegentlichen Jagd auf gesellschaftlich verzichtbare Subjekte.

Wenn die Wesen der Nacht die Verfolgung aufnehmen und sich in grellem Schein in Wölfe verwandeln, so offenbart sich das knappe Budget. Die Computertricks überzeugen nicht, auch weil die Kleidung einfach ins tierische Fell integriert wird und erst bei der Rückverwandlung körperlicher Nacktheit den Vortritt lässt. Das grenzt an Zauberei, die das mystische Mischvolk ob der dauernd zu ersetzenden Garderobe aber eigentlich an den Rand des Ruins treiben müsste. Diese formale Kleinigkeit aber ist längst nicht das einzige Manko eines Films, der sein Nichts an Handlung durch schicke Bilder und romantisierende Schmachtfetzen zu kaschieren versucht.

Die junge Vivian (Agnes Bruckner, „Venom“) nämlich ist dem stolzen Clanführer Gabriel (Olivier Martinez, „Taking Lives“) versprochen, der sich alle sieben Jahre ein neues Weib nimmt. Dumm nur, dass sie sich in den amerikanischen Comiczeichner Aiden (Hugh Dancy, „King Arthur“) verknallt hat, der dem Mythos der Wolfsmenschen nachspürt, ohne sich ihrer wahren Gestalt bewusst zu sein. Mahnende Worte helfen nicht, so dass auch Vivians Liebster als Beute des Clans herhalten soll. Er aber weiß sich zu wehren, was den Konflikt zwischen Gabriel und der ihm Zugedachten eskalieren lässt.

Von Garnier, die auch Katja Riemann („Rosenstraße“) eine Rolle im Rudel zugedacht hat, setzt auf verträumte Hochglanzoptik, die allein aber bei weitem nicht ausreicht, um das selig entschlafene Interesse an den für Klischees maßgeschneiderten Plot zu binden. Der stammt in Adaption des Romans von Annette Curtis Klause immerhin aus der Feder von Ehren Kruger („Arlington Road“), der auch gleich noch als Produzent fungierte. Ein paar wohlklingende Namen bürgen aber wie so oft nicht automatisch für einen ansehnlichen Film, so dass diese hoffnungslos verkitschte und hochgradig banale Fantasy-Schose wohl nur bei 12-jährigen Mädchen Anklang finden dürfte.

Wertung: (3 / 10)

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